UNEP-Bericht: Investitionsboom in Erneuerbare Energien - Alternative zu Atomenergie
Wie das UN-Umweltprogramm (UNEP) in ihren neusten Bericht schreibt, ist im Bereich „erneuerbare Energien“ und „Energie-Effizienz“ ein wahrer Investitionsboom ausgebrochen - von Goldgräberstimmung wird gesprochen. Während die Schweizer Stromindustrie Kohlekraftwerke im Ausland baut und uns vorlügt, dass eine Schweiz ohne neue AKW nicht denkbar sei und alternative Energien nur ein Nischendasein fristen können, wird in der ganzen Welt in erneuerbare Energien investiert, vorallem Windenergie und Solarenergie erobern die Energieindustrie.

Die steigenden Ölpreise und die gleichzeitige Effizienzsteigerung der Alternativenergien stellen langsam aber sicher die Energiezukunft auf den Kopf. Im Jahr 2007 steigerten sich die neuen Investitionen in erneuerbare Energien um 60% auf 148 Milliarden Dollar – Tendenz 2008 weiter steigend.
Die meisten Investitionen wurden mit 50,2 Milliarden in Windenergie getätigt (mehr als in Wasserkraft und Atomenergie), während Solarstrom mit 254% seit 2004 die schnellste Wachstumsrate vorwies. Beides zeigt, dass zumindest ausserhalb der Schweiz erneuerbare Energien den Traum vom „Gratis-Strom dank Atomenergie“ ablösen – nicht aus ideologischen sondern aus rein wirtschaftlichen Gründen.
Mittlerweile hat die Windenergie die globale Kapazität von 100 GW im März 2008 erreicht – nachwievor erzählen uns AXPO und Konsorten, dass Windenergie keine Option sei. Noch besser, gewisse Kreise wie beispielsweise die Stiftung Landschaftsschutz versucht Windenergieprojekte zu verhindern – zufällig sitzen im Stiftungsrat der Vicepräsident von ATEL (Regierungsrat Christian Wanner) und mindestens zwei Exponenten der Atomlobbyorganisation AVES – ein Schelm wer da böses denkt.
Die EU ist nachwievor in der Anführerrolle und weist das höchste Wachstum von erneuerbaren Energien vor, gefolgt von der USA, aber Länder wie China, Indien und Andere holen auf.
Und während China die Investitionen in Wassekraft auf 10,8 Milliarden vervierfacht und die Kapazität der Windenergie auf 6 Gigawatt verdoppelt, baut die BWK in Deutschland ein Kohlekraftwerk und die Rätische Energie baut in Italien – ja was wohl – auch ein Kohlekraftwerk.
Es wird schwierig für die AXPO, uns weiterhin mit ihren „lustigen“ Köbi Kuhn Werbespots Sand in die Augen zu streuen. Erneuerbare Energien können Atomkraftwerke ersetzen, das ist keine Frage des Könnens sondern eine Frage des Wollens. Wenn beispielsweise Sachsen-Anhalt 37.5% des Strombedarfs mit Windenergie decken kann, dann können wir auch unsere Atomkraftwerke durch erneuerbare Energien ersetzen. Diese sind schadstoff-frei, rohstoff-unabhänigig und von Jahr zu Jahr rentabler.
Die Zukunft einer sauberen Stromversorgung ist angebrochen, das wird auch die AXPO mit ihrer Lüge von einer Stromlücke nicht verhindern können.
UNEP: Clean Energy Investments Charge Forward Despite Financial Market Turmoil
EurActiv: Bericht - Erneuerbare Energien haben eine Zukunft
Klimablog: Solarstrom - Alibi oder Zukunft?
Spiegel: Rekord-Investitionen in erneuerbare Energien
Franz Alt: Goldrausch bei Erneuerbaren Energien
Franz Alt: Stürmisch wachsende Nachfrage bei PKW-Solardächern
World Wind Energy Association
Schwarze Liste von Energieorganisationen in der Schweiz
RainbowNet: AKW-Störfälle und AKW-Unfälle
RainbowNet: AKW Haftpflicht - nicht einmal 1 Prozent versichert
RainbowNet: Ist Atomenergie CO2-frei?
Update 14.10.2008:
Prognose für Erneuerbare Energien deutlich angehoben Branche erwartet 2020 bereits über 40 Prozent Anteil an Stromproduktion
Schneller Ausbau erneuerbarer Energien ist bezahlbar
July 5th, 2008 at 1:56 pm
Erneuerbare Energien sind tatsächlich die einzige Lösung, denn alles andere ist entweder klimaschädigend oder ein Grosskraftwerk. Nur schon im Sinne einer guten Versorgung ist es besser, viele kleine, statt ein grosses Kraftwerk zu haben.
Erstaunlich auch, dass oft das Argument von der Atomlobby kommt, die Linken würden sich gegen erneuerbare Energien aussprechen, wenn sie gegen die Erhöhung von Staumauern sind, weil diese Lebensräume zerstören.
Tja, wenn alles so einfach wäre, dann würde das Problem schon längstens gelöst sein, aber hier unterschätzen viele die eigentliche Komplexität. Genau so gehen auch die “Klimaskeptiker” vor. Vereinfachen, bis es keinen Sinn mehr ergibt.
Tolle Taktik!
July 8th, 2008 at 12:31 pm
Mit erneuerbaren Energien alleine wird man den steigenden Strombedarf sich ständig weiterentwickelner Hochkulturen nicht decken können. Oder wollen Sie das ganze Land mit hässlichen und lauten Windmühlen zupflastern?
July 12th, 2008 at 6:44 pm
@Hans: Der UNEP Bericht zeigt eindeutig, dass der steigende Strombedarf nicht nur durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann, sondern auch wird. Die Frage ist einzig noch, wie lange es geht, bis die Atom-Fetischisten der AXPO kapieren, dass Stromproduktion auch ohne Hochrisikotechnologie möglich ist. Ich für meinen Teil habe lieber “hässliche Windmühlen” als lebensbedrohliche Atomkraftwerke!
July 13th, 2008 at 10:56 pm
Erneuerbare Energie, gibt es sowas wirklich?
Energie kann umgewandelt werden, jeweils mit grossen und teils sehr grossen Verlusten. Verluste, von denen wir vermutlich nicht zu träumen wagen.
Energie-Effizienz ein anderes Unwort, welches beschreibt, dass wir keine Ahnung haben.
Bis heute wurde produziert was konsumiert wurde. Eines Tages werden wir in der Situation sein, nur das zu konsumieren was produziert wird. Eine Hochkultur wird tief fallen.
Das Atom als Lösung für die Klimakatastrofenlüge, da ohne CO2. Vorgeschlagen von Georg W. Bush und mit 7 zu einer Stimme gutgeheisen bei den G8. In meinen Augen, eine kurzfristige Lösung der, und ein langfristiges Schaffen von Probleme/n.
Da wir keine Energie erschaffen können, kann nur die Energie gebraucht werden, die wir umwandeln können. Wird diese umgewandelt fehlt sie an anderer Stelle. Soll heissen auch ein Windkraftwerk beeinflusst unser Wetter und dadurch auch unser Klima, genauso wie jede andere erneuerbare Energie, weil wir jedoch die Ausmasse dieser Einflüsse ignorieren schreien nun einige nach dieser Lösung.
Ein Atomkraftwerk, ohne Gewissheit wie wir mit dem anfallenden Abfall umgehen sollen, ist genauso rücksichtslos. Weil nicht wir sondern nachfolgende Generationen darunter zu leiden haben.
Nach mir die Sintflut, obwohl wenn ich es recht bedenke, ist das nicht schon so?
July 14th, 2008 at 5:47 pm
Ihre sich ständig weiterentwickelnden Hochkulturen (Hochnasen) sägen zufällig gerade an dem Lebensast auf dem sie sitzen. Der ständig steigende Strombedarf ist lustigerweise sofort über Standby und weitere intelligente Sofortmaßnahmen gut zu drosseln.
Vor einer der größten “Windmühlen” 5 Megawatt Repower (übrigens mahlen die hier angesprochenen kein Mehl mehr) habe ich direkt gestanden. Da mir mein Ohrenarzt attestierte, das selbige okay sind, muss es da wohl ein Rauschen in Ihrem Kopf geben, ich jedenfalls
war verblüfft über den “Flüsterton” der Hightec Rotoren. Ich sehe Sie schon bei einem lauschigen Picnic vor einem Atommeiler, oder einem wunderschönen Kohlekraftwerk sitzen, die vielen herrlichen Masten mit ihren Überlandleitungen betrachten, mit einem Glas auf die Hochkulturen anstoßend. Ich persönlich finde
das aufstoßend. JOHANN B. Majewsky
July 30th, 2008 at 4:11 pm
Strom in Hülle und Fülle mit Alternativen zu generieren ist absolut kein Problem:
Wärmekraftkopplungsanlagen sind innert 1 Jahr installiert. Ein neues AKW von einem ausländischen Atomkonzern braucht demgegenueber bis zu 20 Jahren. WKKs decken über 50% des Dänischen Strombedarfs und können somit auch problemlos 14% des Schweizer Strombedarfs decken.Schweizer WKKs sind im Gegensatz zu ausländischen AKWs günstig, schnell gebaut, schnell amortisiert, flexibel, reduzieren die Netzbelastung, reduzieren die Verluste, produzieren keinen radioaktiven Abfall und keine Klumpenrisiken. Zudem können sie genau dann im Schweizer Winter Strom und Wärme produzieren, wenn der Schweizer Strom- und Wärmebedarf auch am höchsten ist.
http://www.youtube.com/watch?v=klooRS-Jjyo
http://www.iwk.ch
http://www.turbomach.com/marcos.htm
Ein neuer Französische EPR Reaktoren kostet mindestens 7 Milliarden Franken. Mit 7 Milliarden Franken kann man von Oerlikon rund 22 Dünnschicht Solarmodul Fabriken mit einem jährlichen Output von 160 MW pro Fabrik installieren. Nach lediglich 10 Jahren haben diese Schweizer Solarfabriken eine Gesamtleistung von 35′200 MW produziert! Das ist 22 mal mehr Leistung als das ausländische, abhängigmachende, klumpenrisikohafte neue AKW.
http://www.solarserver.de/news/news-6200.html
Die halbe Flaeche eines Parkplatzes pro Person reicht aus um die alten AKWs alleine durch Photovoltaik zu ersetzen. 2.5 m * 7 m ergibt bei 30 Grad Anstellwinkel 20.2 m2. Das entspricht gut 150 km2. Bei lediglich 12% photovoltaischen Wirkungsgrad sind das: 18.2 GW (18200 GWh bei 1000 Sonnenstunden gegenüber 8000 GWh der 3 alten Meilern)
Weniger als ein zehntel der Flaeche eines Parkplatzes pro Person reicht aus um die Heizwendelleistung der 3 alten AKWs alleine durch Solarthermie zu ersetzen. 2.5 m * 7 m ergibt bei 30 Grad Anstellwinkel 20.2 m2. Das entspricht gut 150 km2. Bei 80% solarthermischem Wirkungsgrad sind das: 121 GW (121′200 GWh bei 1000 Sonnenstunden gegenüber 8000 GWh der 3 alten Meilern).
http://www.amk-solac.com/
http://www.jenni.ch
Bei einer weiteren Erhöhung der Uranabhängigkeit riskieren wir Stromausfaelle in der Zukunft: http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/rendez-vous/2751.bt10040061.html
Kleinwasserkraft ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Schweiz hat vor 100 Jahren nahezu 10 mal soviel Kleinwasserkraftwerke betrieben wie Heute.
kleinwasserkraft.ch/web/deutsch/kwkch/index.html
Geothermie kann bereits jetzt in jeder Gemeinde installiert werden:
http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/drs-4-aktuell/5728.sh10039857.html
Holzstrom funktioniert bereits jetzt.
http://www.holzstrom.ch
In der EU wurden innerhalb eines Jahres die Windkraftleistung von 24 Mühlebergs installiert: http://www.ewea.org/index.php?id=60&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1270&tx_ttnews%5BbackPid%5D=25...
24 Mühlebergs in einem Jahr.
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/aktuell/projekte_fuer_windparks_auf_nufenen-_und_sanetschpass__1.580517.html
In Deutschland wurden innerhalb eines Jahres die Leistung von 4 Mühlebergs an Photovoltaik installiert. http://www.photon.de/presse/mitteilungen/produktionsabsatzmarkt_grafik6.pdf
4 Mühleberg in einem Jahr.
Jedes Jahr wird 29 km2 neu verbaut. Das entspricht 3.5 GW maximaler PV Leistung bei 12% Wirkungsgrad (3.5 mal Gösgen). Oder über 20 GW an Solathermischer Leistung um verschwenderische Heizwendeln ersetzen zu können.
http://www.swissinfo.org/ger/Diese_Woche/detail/Die_Schweiz_wird_zubetoniert.html?siteSect=107&sid=4718149&cKey=107829813200