Gentech-Pflanzen - Risiken nicht abschätzbar
Sind Risiken von Gentech-Pflanzen abschätzbar? Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) veranlasste ein aus 8 Projektgruppen bestehendes Forschungsprogramm um die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auf die Umwelt zu ermitteln. Diese Forschergruppe verkündete heute, dass keine negativen Auswirkungen von GVO auf Wildbienen, Würmer, Schnecken oder Fliegenlarven festgestellt wurden werden konnten.
Doch eine weitere Forschergruppe, die sich mit dem Nachweis von negativen Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen befasste, kam zum Schluss, dass “ein anwendbares Kriterium für die Beurteilung von «Umweltschaden» nicht zur Verfügung stehe“. Aufgrund der Vielzahl von Umwelteinflüssen sei im nachhinein nicht nachweisbar, ob die gentechnisch veränderte Pflanze den Schaden verursacht hat. Erschwerend kommt hinzu, dass Umweltschäden durch Gentech-Pflanzen unter Umständen erst Jahre später sichtbar werden.
Wenn man bedenkt, dass beispielsweise bei Gen-Weizen nachgewiesen wurde, dass seine Pollen 2,7 Kilometer weit transportiert werden oder dass Gentech-Raps 10 Jahre lang im Boden überleben kann, dann ist es wohl nicht zuviel verlangt, dass wir erfahren ob wir mit dieser Risikotechnologie unseren Hintern aufs Spiel setzen. Aber wenn die Schäden von Gentech-Pflanzen nicht mal nachgewiesen werden können, wie in aller Welt soll dann der Nachweis einer Ungefährlichkeit erbracht werden?
Wir haben mit unseren Atomkraftwerken bereits eine Risikotechnologie, brauchen wir da wirklich eine Zweite? Radioaktivität hat wenigstens eine Halbwertszeit, lebendige genmanipulierte Organismen nicht. Wenn sie begonnen haben zu existieren, leben sie weiter, verbreiten sich weiter und kreuzen weiter aus.
Wir schnipseln mit dem Dosenöffner am Genom dieses Planeten herum und können doch nicht einmal herausfinden, ob wir uns damit einem Risiko aussetzen. Fortschritt hat manchmal wirklich skurile Seiten.
Tagi: Risiken von Gentech-Anbau kaum abschätzbar
UmweltschutzNews: Gen-Weizen noch riskanter als befürchtet
Umweltjournal: Risiko von Gentech-Pflanzen ist nicht beherrschbar
Greenpeace: Gentech-Politik und die Risiken einer Freisetzung
science.ORF.at: Gentech-Pflanzen - Risiken und Nebenwirkungen
Bundesrat beendet Null-Toleranz für Genfood
Langzeitstudie: Verzehr von Gentech-Mais verringert Fruchtbarkeit
July 29th, 2008 at 7:11 pm
Also es ist zu befürchten, dass hier eine Büchse der Pandorra aufgemacht wird und erst in vielen Jahren dann gemerkt wird dass es keine gute Idee war am Genom herumzubasteln.
Leider sind für den Normalverbraucher kaum irgendwelche klaren Meinungen zu finden (aber anscheined für die Wissenshaftler auch nicht).
Bei Atomenergie wars noch leicht - WENN keine Strahlung austritt und WENN das Zeug endlagerbar ist dann könnte man damit leben.
Ich versuch seit Monaten schon etwas Klarheiit zu Gentechnik zu finden aber eigentlich gibts da nix.
Und mir ist noch nicht mal klargeworden wer das alles wirklich braucht.
Nur damit einige Firmen ein Riesengeschäft machen können und Genpflanzen gleich mit dazu passenden Unkrautvertilgungsmitteln verkaufen können?
January 14th, 2009 at 12:26 am
Ohne Risiko kein Spaß, so könnte man meinen. Wo wird das enden? Im Namen der Wissenschaft bauen wir Atombomben, erzeugen neuartiges Leben durch klonen, was ist das nächste? Die Menschen glauben, sie können alles. Einiges wird uns aber auf die Füße fallen, wenn wir den in vielen Jahrtausenden entstandenen Plan der Natur im Gleichgewicht stören.