Erhöhtes Krebsrisiko in der Umgebung von AKW
Studie bestätigt: Wer im Umkreis von 5 Kilometer von einem Atomkraftwerk wohnt, hat ein erhöhtes Krebsrisiko und setzt im Speziellen seine Kinder einem erhöhten Risiko aus, später an Leukämie zu erkranken.
Zu diesem Schluss kam bereits die am 10. Dezember 2007 publizierte “Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken” (KiKK-Studie). Die Atomlobbyisten beeilten sich zu versichern, dass die beim AKW-Betrieb abgegebene Strahlung weit unter dem Grenzwert liege. Die Frage, ob der Grenzwert möglicherweise viel zu hoch ist, durfte nicht gestellt werden.
Nun hat die deutsche Strahlenschutzkommission die KiKK-Studie unter die Lupe genommen und kommt zu einem bizarren Schluss:
1. Die Daten der KiKK-Studie stimmen, es ist tatsächlich eine erhöhte Krebsrate bei Kindern in der Umgebung von AKWs nachweisbar, dieser Punkt kann als wissenschaftlich erwiesen betrachtet werden.
2. Da die Strahlung im AKW-Betrieb unter dem Grenzwert liegt, darf kann da kein Zusammenhang bestehen
Zu hohe Grenzwerte?
Nachwievor traut man sich nicht zu hinterfragen, ob die wissenschaftlich postulierte Unbedenklichkeit von niedrigen Strahlen-Dosierungen vielleicht falsch ist. Diesem Thema nimmt sich die aktuelle WOZ an und berichtet über Erstaunliches……
Die angebliche Ungefährlichkeit von niedrigen Strahlen-Dosierungen stützt sich auf Erhebungen, die nach den amerikanischen Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki erstellt wurde. Seit 1946 wurden gesundheitliche Folgen von Atombombenopfern registriert und diese Fakten ausgewertet. Basierend auf diesen Zahlen wurde eine Grenze festgelegt, ab der Strahlung gefährlich sein soll.
Wohlwissend wird dabei ignoriert, dass es ein Unterschied ist, ob jemand bei einem einmaligen Ereignis einer starken Strahlung ausgesetzt wurde oder ob jemand jahrelang tagtäglich radioaktive Strahlung in kleinen Dosen verabreicht bekommt. Wer hier keinen Unterschied macht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Mittlerweile gibt es verschiedene Studien, die nachweisen, dass schon niedrigen Strahlungen gesundheitsschädigende Wirkungen haben können. So hat beispielsweise eine grossangelegte Studie aus dem Jahr 2005 aufgrund von Erhebungen von 400′000 strahlenexponierten Personen ergeben, dass bei diesen Personen eine 1-2 Prozent höhere Zahl an Krebstoten zu verzeichnen sind. Somit sind ca 1000-2000 Personen an Krebs gestorben, obwohl die gesetzkonforme radioaktive Strahlung angeblich soooooo harmlos ist.
Ungeachtet dieser Fragen will die Schweizer Stromindustrie einmal mehr auf neue Atomkraftwerke setzen, ungeachtet möglicher Gesundheistsschäden, ungeachtet zahlreicher Pannen und Störungen in Schweizer AKW, ungeachtet des nicht abstreitbaren Risikos eines AKW-Unfalls und ungeachtet der nachwievor nur in feuchten Träumen gelösten Endlagerung von hochgiftigen radioaktiven Abfällen.
Und unzählige sogenannt bürgerliche Politiker lassen sich weiterhin von der Atomlobby sponsoren und vertreten deren Interessen - scheiss auf ein paar tote Kinder!
Presseerklärung der Strahlenschutzkommission zu ihrer Bewertung der KiKK-Studie (pdf)
Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken
WOZ: Die Indizien sagen: Schuldig!
Strahlenschutzkommission bestätigt erhöhtes Krebsrisiko in der Nähe von Atomkraftwerken
Kinder-Krebsrate und Atomkraftwerke
AKW Haftpflicht - nicht einmal 1 Prozent versichert
AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby
Braucht die Schweiz ein neues AKW?
October 10th, 2008 at 4:24 pm
Selbst wenn die, natürlich von der Anti-Atomlobby bezahlten, KiKK-Studie hier Recht hat, ist der Richtwert höchstens für kleine Kinder zu hoch. Für Erwachsene gibt es dabei weiterhin keine Gefahr (ansonsten würde die WOZ natürlich darauf herumreiten).
Die Empfehlung, dass Familien mit Kindern nicht in die unmittelbare Nähe (5km sind wirklich nicht viel) sollte hier reichen und ist absolut zu bewerkstelligen.
October 10th, 2008 at 4:37 pm
1. Die KiKK Studie wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz gemacht und die neuste Bestätigung kommt von der Strahlenschutzkomission. Beides sind staatliche Gremien, das hat also nichts mit “Anti-Atomlobby” zu tun.
2. wenn auch “nur” Kinder an Krebs sterben, sollte uns das zu denken geben, offenbar sind AKWs doch nicht so sauber, wie AXPO und Konsorten uns gerne weismachen wollen
3. betrifft es eben nicht nur Kinder, wenn geschätzte 1000-2000 Mitarbeiter von Atomanlagen oder medizinischem Personal an Krebs stirbt, dann sollte uns auch das zu denken geben
Fazit: die Atomindustrie belügt uns wo sie nur kann, sei es bei der angeblichen Stromlücke oder bei den Risiken. Bleibt zu hoffen, dass das Schweizer Volk dem Irrsinn neuer AKWs nicht zustimmt - Propaganda hin oder her
October 10th, 2008 at 4:50 pm
Lieber günstiger Strom von AKWs. Anstatt völlig überteuerter Pseudo-Grün-Strom.
Meinetwegen kann man sich auf einen Strom-Mix einigen.
October 10th, 2008 at 5:04 pm
auch das ist eine Lüge der Atomindustrie. Wie hier bereits zu lesen war, wird Atomstrom in absehbarer Zeit massiv teurer weil die Uranvorräte abnehmen - während gleichzeitig die erneuerbaren Energien immer preiswerter werden. Schon in wenigen Jahren wird Atomstrom teurer sein als Alternativenergie.
Und nebenbei, wenn AKWs nicht massiv unterversichert wären, wäre Atomstrom schon heute die teuerste Stromproduktion.