BKW plant neues AKW Mühleberg

Die Berner “BKW FMB Energie AG” plant ein neues AKW Mühleberg und arbeitet bereits an einem Rahmenbewilligungsgesuch. Dass das sogenannte “KKW Mühleberg” als Erstes ersetzt werden soll, leuchtet ein, ist doch dieses Atomkraftwerk der gefährlichste Schrottreaktor der Schweiz. Aber brauchen wir überhaupt neue Atomkraftwerke, weil sonst die Stromlücke droht?

Neues AKW Mühleberg?Seit der Eröffnung des AKW Mühleberg versucht die BKW immer wieder, eine definitive Bewilligung zu erhalten. Aber weil die BKW es bis heute nicht geschafft hat, die Sicherheitsnormen zu erfüllen, läuft Mühleberg bis heute mit provisorischen und befristeten Bewilligungen. Als ob das nicht schon fragwürdig genug wäre, hat sich das AKW Mühleberg einen Namen gemacht als “Schrottreaktor Mühleberg”, unter Anderem weil schon 90er-Jahren Risse im Reaktorkernmantel (Containment) und Risse an Schweissnähten nachgewiesen wurden. Jedes Auto müsste unter solchen Umständen aus dem Verkehr gezogen werden, aber die BKW hat den Reaktorkernmantel “repariert” indem nun grosse Metallspangen den Mantel zusammenhalten. Sicherheit nach Aldi-Art?

Natürlich träumt die BKW auch heute noch vor sich hin, so sprach sich anlässlich des 35-jährigen Jubiläums BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach dafür aus, dass sein Schrottreaktor nun doch noch eine definitive Betriebsbewilligung erhalten sollte - Sicherheit hin- oder her - das AKW Mühleberg soll schliesslich bis zum Zusammenbruch Profit bringen.

Und weil nun die Axpo das Volk mit ihren dümmlichen Werbespots so schön weichgekocht hat, plappert auch die BKW eifrig von einer drohenden Stromlücke, die es zwar nicht gibt und nicht geben wird, die aber trotzdem geschlossen werden muss…… und man ahnt es….. dafür braucht die Schweiz ein neues AKW. Da drängt sich der Schrottreaktor Mühleberg natürlich auf, nicht zuletzt weil die provisorische Betriebsbewilligung in 4 Jahren mal wieder abläuft abläuft.

Aber solange wir mehr Strom exportieren als unsere AKW’s produzieren, wird es keine Stromlücke geben, es gibt bestenfalls eine Lücke in der Rendite der Atommultis, weil weniger exportiert werden kann. Wenn die AKW-Betreiber wirklich neue Atomkraftwerke aufstellen wollen, obwohl die Endlagerung bis heute nicht ernsthaft gelöst ist, müssen sie sich wohl einiges einfallen lassen um dem Stimmvolk zu erklären, weshalb wir neue AKW’s brauchen, nur um nette Exportgewinne zu garnieren. Da müssen die Atomlobbyisten noch einige Leserbriefe schreiben und die Axpo mehr als nur ihre dümmlichen Werbespots bieten.

Die Risse im AKW Mühleberg wachsen
Planung für neue AKW hat begonnen
20min: Neues Kernkraftwerk in Planung
Bund.net: Gefahrenquelle Atomkraftwerk Mühleberg
Geri Müller: Die Lücke im Kopf
SES: Die Stromlücke ist ein Gespenst
Atomenergie CO2-frei?
Bundesrat erhöht Deckungssumme für AKW
AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby
Braucht die Schweiz ein neues AKW?

11 Responses to “BKW plant neues AKW Mühleberg”

  1. mousseman Says:

    So, der Strom kommt wohl aus der Steckdose? Oder vielleicht aus ein paar französischen AKW, die uns beliefern? Oder deutschen Kohlekraftwerken, die bei den Grünen noch beliebter sein müssen? Nein, bei elektrischer Energie müssen wir autark sein, oder das zumindest sicherstellen können. Und dazu braucht es für die Basisleistung thermische Kraftwerke - und Kohle und Gas sind weggefallen, und dann wird es dünn bei den Optionen, die wir noch haben.

    Und wenn Mühleberg wegfällt, dann fehlen irgendwo über 300 MW Leistung, die trotzdem beschafft werden müssen. Und wenn mal Heizöl zu teuer wird - nun ja, Stromspeicherheizungen brauchen ebenso Strom wie die Hydrolyse von H20 zu H2, um damit Autos anzutreiben.

    Und abgesehen davon - ab 2009 müssen wir im Worst-Case die Leistung von 2.5 modernen AKWs irgendwo beschaffen, wenn wir von den Franzosen keinen Strom mehr importieren können.

    Das Dumme ist, dass man Atomenergie nur ersetzen kann, wenn man frieren will. Das Bier ist dann allerdings kalt genug.

    Die Leute, die nicht gerne frieren oder exorbitante Stromrechnungen bezahlen wollen, nehmen ein AKW in Kauf.

  2. admin Says:

    @mousseman: Ich beziehe Strom aus dem Dorfbach und zahle nicht viel mehr dafür. Wenn uns sauberer Strom etwas wert ist, dann ist vieles möglich.
    Tatsache bleibt, dass wir heute viel mehr Strom produzieren, als wir selbst brauchen. Einen Grossteil davon exportieren wir ins Ausland.
    Mit ein wenig Effizienz und gutem Willen kommen wir problemlos ohne AKW’s aus. Aber solange dutzende von SVP und FDP Politikern ihren Hintern in Atomlobbyorganisationen wie der AVES haben, sind wir politisch in einer Sackgasse.

  3. mousseman Says:

    Mit dem heutigen Stromverbrauch reicht für Dich der Dorfbach nebenan.

    Wieviel Energie braucht aber ein H2-getriebenes Auto, wenn man das H2 aus Wasser gewinnt, über Hydrolyse? Schon mal überlegt, wieviel Strom eine Elektrospeicherheizung kosten würde, wenn das Heizöl zu teuer würde? Holzschnitzelheizung? Schon mal überlegt,, wieviel Holz man benötigen würde, würde auch nur 20% des Gebäudevolumens damit beheizt? Wärmepumpen gibt es auch, die kann man aber nicht überall zu vertretbaren Kosten verbauen, und auf einer Fläche mit einer hohen Einwohnerdichte ist auch diese Quelle bald erschöpft.

    Wir müssen heute den Elektrizitätsverbrauch, den wir in 20 Jahren haben, voraussagen. Und dazu braucht man eine massive Basisleistung, die man nur mit AKWs oder anderen, noch schädlicheren thermischen Kraftwerken hinbekommt. Solarzellen funktionieren nur am Tag und sind hierzulande relativ ineffizient, und die Landschaft mit Windrädern verschandeln … nun ja, das muss man auch nicht unbedingt haben.

    Und solange die BKW die Energie exportieren kann, kann sogar der Staat daran Geld verdienen, was ja für euch nicht schlecht sein kann.

  4. admin Says:

    @mousseman: über Elektroheizungen denke ich nicht mal nach, weil sie ökologischer Unsinn sind. Wie gerade heute zu lesen ist, sind Windkraft und Wärmepumpen im Aufwind. Man darf nicht vergessen, dass Atomkraft nur deshalb rentabel ist, weil diese Technologie jahrzehntelang “subventioniert” wurde und weil AKW’s massiv unterversichert sind. Wenn wir alternative Energien so bevorteilen, wie wir bisher Atomenergie bevorteilt haben, wird Alternativenergie auch rentabel.

    Ich persönlich habe lieber hässliche Windräder als Atomkraftwerke, die wenn auch mit kleiner Wahrscheinlichkeit irgendwann in die Luft fliegen könnten und dann so um die 500 Milliarden Schäden verursachen und nebenbei die halbe Ostschweiz unbewohnbar machen.
    Und erst Recht bin ich nicht bereit, einen atomaren Super-GAU vor der Haustüre zu riskieren, nur damit ein paar fette Exportgewinne erwirtschaftet werden.

    Und nicht zuletzt sollte man bedenken, dass die Uranvorkommen abnehmen und der Preis entsprechend am Steigen ist. In ein paar Jahren wird Atomenergie so zur teuersten Energieform.

  5. mousseman Says:

    Irgendwie will man die gute Stube geheizt haben. Wie, ist egal, Energie brauchts aber in jedem Fall. Man weiss, dass man nicht überall zu vertretbaren Kosten eine Wärmepumpe haben kann, und man weiss auch nicht, wie lange die dann hält, bis die Wärmereserven erschöpft sind. Die Sache mit den Solarzellen ist hierzulande zumindest für die nächsten 10 Jahre auch abgehandelt, da wir auf der Nordhalbkugel leben und nicht wirklich 24h Sonneneinstrahlung haben.

    Ob man die Landschaft verschandeln will oder nicht, bleibt jedem selber überlassen, aber ich vermute, dass sehr viele Leute keine Landschaftsverschandelung wollen. Abgesehen davon kann man AKWs auch als Fernheizwerke verwenden, wobei uns zur effizienten Verwendung die wirklich grossen Städte fehlen. Wie’s mit dem Versicherungsrisiko steht - nun ja, soll man euch glauben, kommt das Ende entweder über die Klimaerwärmung, oder über eine Atomkatastrophe. Und die ist bei einem modernen AKW wesentlich unwahrscheinlicher als eine mögliche Klimaerwärmung, ob sie jetzt menschgemacht ist (CO2, Methan usw als ‘Klimagase’) oder natürlichen Ursprungs ist (Änderung der Sonneneinstrahlung wegen Verschiebung der Rotationsachse).

    Abgesehen davon ist das Preissteigerungs-Problem durch zweierlei Massnahmen lösbar:

    - Wiederaufbereitung und Plutoniumkreislauf. Man nennt es auch Recycling und im Endeffekt ist es eine sinnvollere Massnahme als perfekt aufbereitbare Brennstäbe zwischenzulagern.
    - Urangewinnung aus dem Meerwasser. Siehe dazu den englischen Wikipedia-Artikel oder hier.

  6. admin Says:

    @mousseman:
    Die sogenannte Wiederaufbereitung ist ein ökologischer Unsinn sondergleichen. Die WA wurde ursprünglich nur zwecks Atombombenproduktion (Plutoniumgewinnung), später dann zwecks Greenwashing der Atomindustrie. Die Fakten sehen aber traurig aus, sowohl LaHague als auch Sellafield gehören zu den grössten Atomschleudern der Welt. Beide WA leiten massiv radioaktive Abwässer ins Meer und in der Umgebung beider Anlagen ist die Krebsrate massiv erhöht.

    Zur Haftung von AKW’s, das schreit mittlerweile jeder Hahn vom Dach, dass AKWs nicht rentabel wären, wenn sie für einen WorstCase versichert sein müssten:
    Tagi: AKW sollen für 500 Milliarden haften

  7. AKW Haftpflicht - nicht einmal 1 Prozent versichert Says:

    […] noch nicht erfüllt hat, dann gibt man ihr halt eine befristete Bewilligung. So läuft das AKW Mühleberg seit Jahrzehnten. Versuch das mal mit einem Auto das nicht alle Bremsklötze hat, wetten da gibts […]

  8. Kinder-Krebsrate und Atomkraftwerke Says:

    […] AKW Mühleberg läuft seit Inbetriebnahme mit einer provisorischen Bewilligung, weil Sicherheitsauflagen bis heute […]

  9. AKW Unfälle - AKW Störfälle Says:

    […] AKW Haftung - Rolf Schweiger lügt für AVES und Nuklearforum Kinder-Krebsrate und Atomkraftwerke BKW plant neues AKW Mühleberg AKW-Unfall könnte über 4000 Milliarden […]

  10. Roman Says:

    Der Reaktorkernmantel hat ja nun wirklich gar nichts mit dem Containment zu tun. Der Artikel ist nicht besonders geschickt rechergiert.

  11. admin Says:

    @Roman: In Wikipedia ist zu lesen: “Das Containment umschließt den Reaktordruckbehälter und dient dazu, im Normalbetrieb, vor allem aber bei Unfällen, die Umgebung der Anlage vor Schaden zu schützen”.

    Mag man das nennen wie man will, Tatsache bleibt, dass das Containment bei einem Reaktorunfall die radioaktive Strahlung aufhalten soll.

    Wenn nun das AKW Mühleberg Risse in diesem Containment einfach mit riesigen Stahlklammern zusammen hält, erinnert mich das an gewisse Autofahrer, die defekte Autoteile mit Klebeband zusammenkleben und sich dann wundern, dass sie vom Strassenverkehrsamt eine Abfuhr erhalten.

    Aber eben, ein kaputtes Auto ist unannehmbar, doch ein kaputtes AKW macht überhaupt nichts…… deshalb muss auch weniger als 1% des möglichen Schadens versichert sein.

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