Gott, bitte gib mir billiges Benzin

Unzählige Menschen hungern, unzählige sterben in sinnlosen Kriegen, der Klimawandel bedroht die gesamte Menschheit….. und amerikanische Evangelikale beten für billiges Benzin.

Jesus betendWas im ersten Moment wie ein Witz klingt, scheint bitterer Ernst zu sein. Wie 20-Minuten berichtet, bilden sich in Amerika erste Gebetstrupps die vor Tankstellen zu einem Gebet-Happening laden. Nicht für mehr Essen für Hungernde und nicht für weniger Tote durch sinnlose Kriege, nein diesen Christen geht es um viel wichtigeres, um billigeres Benzin.

Allmächtiger Gott, segne uns und gib uns Kraft, auf dass wir diese hohen Preise drücken“, so betet Rocky Twyman in Washington. Und mit ihm versammeln sich rund 200 Leute an den “Prayer at the Pump” Gebetsorgien.

Sie bekennen sich öffentlich zu christlicher Nächstenliebe, doch beten sie nicht für ein Ende des Krieges im arabischen Raum oder für ein Ende der amerikanischen Folter in Guantamo, sie beten auch nicht für die Abschaffung der Todesstrafe oder gegen die Zerstörung der Natur - Gottes Schöpfung. Nein, sie beten für billiges Benzin.

Doch seien wir ehrlich. Wenn Gott sich wirklich um die Benzinpreise kümmern würde, dann würde er das Benzin für 50 Dollar pro Gallone verkaufen, damit der menschliche Wahnsinn endlich aufhört, mit dem diese Welt in Schutt und Asche gelegt wird.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde und er sah dass es gut war. Doch dann kam der Mensch, glaubte es noch besser machen zu können und begann diesen Planeten und seine Bewohner auszubeuten und zu zerstören. Klimawandel, Ozonloch, verseuchte Meere, vergiftete Landstriche… wahrlich, der Mensch hat sich die Erde wirklich Untertan gemacht.

Dafür und für vieles mehr müssten wir uns in Grund un Boden schämen und müssten Gott darum bitten, dass er unseren kollektiven Wahnsinn und unseren globalen Grössenwahn endlich stoppt. Aber anstelle dessen beten gewisse Kreise für billiges Benzin, für mehr Luxus (für sich selbst) und Wohlstand und gewisse Fanatiker beten gar für den Niedergang anderer Religionen und Kulturen. Gott dürfte dabei bei all dem nur irritiert den Kopf schütteln.

Das erinnert mich an Janis Joplin, die in einem ihrer Lieder sang:

Oh Lord, want you buy my a Mercedes Benz……. I wait for delivery until………

Sorry, aber ich kann die Bibel vorwärts und rückwärts lesen, davon finde ich nichts, einfach nichts, ausser vielleicht diesem:

Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn die lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
Du aber, wenn du betest, so geh in deine Kammer und, nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.
Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, daß sie um ihres vielen Redens willen werden erhört werden.
Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.

und das ist garantiert nicht billigeres Benzin!

Jetzt hilft nur noch beten
Beten nützt nicht: Öl über 120 Dollar

12 Responses to “Gott, bitte gib mir billiges Benzin”

  1. Andreas Kyriacou Says:

    Sorry, aber ich kann die Bibel vorwärts und rückwärts lesen, davon finde ich nichts, einfach nichts

    Also wenn JLT erfolgreich einen auf Kreationistin macht, dann versuch ich’s mal mit dem
    <Predigermodus>
    Die selbsternannten Kinder Israels drüben in der neuen Welt berufen sich natürlich völlig zu Recht auf Hosea 2:
    23 Zu jener Zeit - sagt der Herr - werde ich die Bitten des Himmels erhören und der Himmel die Bitten der Erde. 24 Die Erde wird die Bitten von Korn, Wein und Öl erhören und Korn, Wein und Öl die Bitten von Jesreel.
    Genug auf den Teller, in den Becher und in den Tank soll’s also geben, wenn das Bitten nur seriös betrieben wird. Und für letzteres soll man natürlich nicht seine Ersparnisse hergeben müssen, wie Issaiah 55,2 klar macht:
    Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht?
    </Predigermodus>

  2. _DoE_ Says:

    … wahrlich, der Mensch hat sich die Erde wirklich Untertan gemacht.

    Richtig erkannt!
    So muss es auch sein, schliesslich wird genau das in 1.Mose 1,28 befohlen:

    … Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht …

    Warum sollten wir uns also über die Folgen davon wundern oder uns darüber aufregen?
    Darum immer fleissig beten, Gott wird’s schon richten:
    41.Markus 11,24:

    Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, daß ihr’s empfangen werdet, so wird’s euch werden.

    Wie sagt man doch so schön? – “Allein der Glaube daran zählt” oder “Der Glaube kann Berge versetzen” oder so ähnlich. Siehe dazu auch 41.Markus 9,23:

    Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du könntest Glauben! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.

  3. admin Says:

    @Andreas: Mein Beitrag richtet sich nicht gegen Bittgebete als Solches. Doch wenn ich all das Leid dieser Welt betrachte und dann lese, dass diese Leute allen Ernstes um billiges Benzin beten während Millionen abkratzen, dann kommt mir die Galle hoch. Und weil der christliche Glaube m.E. vorallem Nächstenliebe und Dienst an den Schwächsten erfordert, klingt das Ganze für mich wie blanker Zynismus.

    @DoE: In jüdischen Augen ist Gott selbst ein König, der sich um sein Königreich kümmert. Wenn wir nun aus purer Habgier die Welt zerstören, dann machen wir genau das Gegenteil davon, was “macht Euch die Erde Untertan” sagen will. Was die Markus-Stellen anbelangt, es geht hier darum, dass wahrer Glaube zu Unvorstellbarem fähig ist, es will m.E. nicht sagen, dass wir aus Gott einen Weihnachtsmann basteln der zum simplen Wunscherfüller wird für unsere schnöden Wünsche, während wir dem Elend der Welt den Rücken kehren.

    Ich will es mal mit anderen Worten formulieren:

    Wenn ich mir vorstelle, an einem Unfall vorbeizukommen und jemand blutend auf der Strasse liegt und es grad zufällig anfängt zu regnen….. wenn ich dann in den Himmel schaue und nach einem Regenschirm bete…… dann zeige ich eine Ignoranz gegenüber Mitmenschen mit ernsthaften Problemen, die der Behauptung “ich bin Christ” spottet.

  4. _DoE_ Says:

    Wenn Gott ein König wäre, der sich um sein Königreich kümmerte, würde er verhindern, dass die Welt zerstört werden könnte.
    Bis anhin hat uns jedoch keine Gottheit je zurechtgewiesen. Das lässt zwei Schlüsse zu:
    1. Es existiert kein Gott.
    oder:
    2. Was wir tun, ist keine Zerstörung.

    Markus 9,23 spricht nicht vom (Un-)Vorstellbaren, von der Phantasie sondern ganz klar von der Möglichkeit, von der Realität: Wenn man nur stark genug glaubt, wird alles möglich (real) und nicht nur (un-)vorstellbar.

    Wenn nun einige “Gläubige” sich sammeln und für günstiges Benzin beten, dann ist das sicher keine Kundgebung aus Habgier; es ist ein Zeichen für Not – und sicher nicht zuletzt auch ein geschickter PR-Gag dieser “Glaubens”-Gemeinschaft.

    Stell Dir vor, Dein Bäcker hat das letzte Laib Brot im Regal. Dieses würde gerade reichen, Dich und Deine Familie zu ernähren. Du steuerst auf das Brot zu und schnappst es im letzten Moment einem anderen Kunden vor der Nase weg, der damit die hungernden Mäuler seiner Familie stopfen wollte.
    Ist das nun Habgier, nur weil Du Dich um die Existenz Deiner Familie kümmerst?

    Stell Dir nun vor, der andere Kunde hätte Dir das Brot weggeschnappt.
    Ist er habgierig?

    Weder noch!
    In der Not kämpft jeder nach seinen Möglichkeiten ums Überleben. Die einen versuchen schneller zu sein als die anderen. Und wieder andere versuchen es mit einem Gebet.
    Jeder soll für sich selbst entscheiden, was für ihn die beste Möglichkeit ist und in wen oder was er vertrauen möchte.

    Warum halten sich alle Gottheiten vor seinen Schäfchen versteckt?
    Warum reden diese Götter nicht endlich Tacheles und zeigen uns, was Sache ist?
    Wenn sie existieren sollten, was hindert sie daran, sich blicken zu lassen?

    So ist es nicht verwunderlich, wenn einige sich ihren Gott eben zurecht “basteln” und ihre Collage dann als “den einzigen wahren Gott” bezeichnen. Es finden sich immer Anhänger, die daran glauben wollen und diese von Menschenhand fabrizierte Phantasiegestalt als den König der Welt und den Retter der Menschheit betrachten und diese Ansicht schliesslich auch noch in die Welt hinaustragen.
    Nur kann man hier nicht von “glauben” sprechen, als viel eher von “hoffen”, dass sie der Retter ist.

    Und das Tragische daran ist: Diese Phantasiegestalt würde wiederum benutzt, um irgendwelche Wünsche zu erfüllen. Sei es, dass Blinde wieder müssen sehen oder Gehbehinderte wieder müssen laufen können (oh, welch’ wunderbares Deutsch). Allein um damit beweisen zu wollen, dass diese Phantasiegestalt ein mächtiger Gott wäre.
    Dass sich dahinter jedoch irgendwelche Marionettenspieler verstecken, verschweigt man bewusst. Die Menschheit will es auch gar nicht wissen. Man wägt sich lieber in falscher Sicherheit, damit man die real existierenden Probleme verdrängen kann, weil man diesen nicht mächtig ist. Schliesslich glaubt man, dass dieser Gott sie alle lösen kann und hofft, er würde es irgendwann auch tun.

    Sollte jemand an einem Unfall mit Verletzten vorbeikommen, während es gerade zu regnen beginnt und diese Person dann tatsächlich lediglich um einen Regenschirm zu bitten weiss, dann zeugt das nicht von Ignoranz als viel eher von geistiger Verwirrtheit.
    Würde diese Person hingegen Mitleid zeigen und darum beten, Gott möchte den Unfall ungeschehen machen, ist sie dann ein Christ?

    Egal, ob sie es wäre oder nicht: Weder die Bitte um den Regenschirm noch das Ungeschehen-Machen des Unfalls dient dem Verletzten. Die einzige Hilfe wäre die aktive Hilfe am Opfer selbst. Nur ist eben niemand auf diese Idee gekommen. Vielleicht weil alle nur noch glauben, man sollte helfen, es aber keiner tut.

    Stell Dir erneut vor, Du wärst das Unfallopfer.
    Wäre es Dir lieber, ein Passant würde Gott um einen Regenschirm bitten oder beten, dass der Unfall nicht geschehen wäre? – Ich glaube – nein, ich bin mir sicher –, Dir wäre es gleich.

    Man muss daher meine Frage, ob man Christ ist, wenn man Mitleid zeigt, mit Nein beantworten, denn ein Ja wäre Heuchelei.

  5. admin Says:

    @DoE:

    Zur Not: Ich glaube nicht, dass die Spritpreise die Amerikaner in Not bringen, da wären sie besser beraten, für mehr soziale Gerechtigkeit zu beten oder für weniger Krieg. Dass jemand in Not auch Gebote übertreten darf, wissen wir nicht erst seit Jesus. Aber es ist doch irgendwie ignorant, wenn man Gott um Hilfe bittet, damit man die Natur noch preiswerter versauen kann, während unzählige Menschen in wirklicher Not sind.

    Zum Unfall: Ich würde von einem Christen erwarten, dass er überhaupt nicht betet sondern dem Hilfsbedürftigen hilft.

    Zum Marionettenspieler: Ich persönlich betrachte Gott nicht so und erwarte deshalb auch keine Gebetsgeschenke. Aber das will ich auch niemandem absprechen, jeder soll auf seine Art und Weise glauben.

    Zu Gott: Ich persönlich glaube, dass es nur einen wahren Gott gibt, aber es gibt unzählige Sichtweisen auf diesen Gott, wir nennen das Religionen ;-)

  6. Maria Says:

    Gott schuf Himmel und Erde, Menschen und Erdöl. Als er den Fehler bemerkte, ging er von dannen. Amen

  7. admin Says:

    @Maria: Nun stellt sich nur noch die Frage, was der grosse Fehler war, das Erdöl oder der Mensch?

  8. _DoE_ Says:

    Gott ist doch unfehlbar, nicht wahr?!
    Folglich können weder Öl noch Mensch (s)ein Fehler sein.

  9. Frederik Says:

    Wenn Gott existent wäre, warum schritt er nicht ein, als Hitler, Stalin und Mao allein im letzten Jahrhundert weit über 100′000′000 Menschen ermorden liessen? Warum lässt er es zu, dass hunderttausende Menschen und Tiere in Tsunamis und Erdbeben jämmerlich zugrunde gehen? Warum lässt er es zu, dass unsere Obrigkeit das Pöbel ständig ausnimmt wie eine Weihnachtsgans, ohne dass man sich wehren kann, weil machtlos? F.W.Nietzsche hatte wohl Recht als er sagte: “Denken wir diesen Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale ins Nichts: »die ewige Wiederkehr«”.

  10. admin Says:

    Ich persönlich halte Gott wie bereits erwähnt nicht für einen Marionettenspieler, nach meiner Vorstellung hat Gott das Leben geschaffen und wir haben den freien Willen, etwas Gutes oder etwas Böses zu tun.

  11. _DoE_ Says:

    Auch ich halte Gott nicht für einen Marionettenspieler sondern für eine Marionette. Diejenigen, welche Gott “erfunden” haben, ziehen die Fäden.

    Zeugt es nicht von Arroganz, wenn einige Kardinäle sich zusammensetzen und darüber beraten, wer von ihnen nun die beste Vertretung ihres Gottes auf Erden wäre?
    Mit der Wahl des Auserwählten zum Papst schiessen sie den Vogel dann ganz ab: Wie kann man nur eine Vertretung bestimmen in Abwesenheit desjenigen, der vertreten werden soll/muss?

    Die Kardinäle stellen ihre Entscheidung eindeutig über diejenige ihres Gottes. Trotzdem beharren sie darauf, dass ihre Wahl “im Namen Gottes” stattgefunden habe und der Auserwählte von Gott bestimmt wurde.
    Die Kardinäle stellen sich damit selbst noch eine Stufe über ihren Gott.
    Welch’ Opportunismus! Oder eben: Marionettenspieler.

  12. hans Says:

    Hallo es ist schon ein Wahnsinn was das Benzin derzeit kostet.

    Wann kann man endlich mit Alternativen rechnen - Solarautos oder so !!
    Warum werden Busse von den Regierungen nicht ssubventioniert - ganz einfach dadurch würde diese Millionen an Steuergeldern verlieren.

    Es gäbe viele Möglichkeiten den CO2 Ausstoss zu senken aber keinen Politiker interressierts.

    Hoffe das wir bald wieder normale Benzinpreise bekommen.

    Gruss Hans

    P.s: Freue mich auch auf einen Gegenbesuch.

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