Bischof Koch ruft Papst um Hilfe gegen Pfarrer Sabo
Bischof Kurt Koch bedauert es wohl, dass die guten alten Zeiten vorbei sind, in der man unliebsame Priester durch die Inquisition ruhig stellen konnte, aber er wird wohl damit leben müssen, dass die katholische Kirche im Jahr 2007 nicht mehr die Macht hat, kritische Priester wie Pfarrer Sabo auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.
Seit Monaten herrschen trübe Zeiten rund um Röschenz. Der Grossinquisitor Bischof Koch hat dem widerspenstigen Pfarrer Sabo die Missio canonica entzogen und Pfarrer Sabo’s Gemeinde weigert sich einfach, ihren Pfarrer herzugeben. Nun hat das Kantonsgericht Basel Land Pfarrer Sabo und seiner Kirchgemeinde Recht gegeben und wie zu erwarten stämpfelt Bischof Koch wie Rumpelstilzchen ums Feuer und kann es einfach nicht fassen, dass die Gläubigen von Roschenz seiner Diktatur nicht folgen wollen und ein weltliches Gericht dies auch noch stützt. Da fühlt sich Kurt Koch verpflichtet: “den Apostolischen Stuhl in Rom über diese öffentliche Disqualifizierung seiner Rechtsordnung zu informieren”.
Wer wie Bischof Koch denkt, es sei an der katholischen Kirche darüber zu entscheiden, wer Hirte des Röschenzer Volkes sei, der soll sich bitte einmal auf die Ursprünge der Kirche besinnen. Die Priester der christlichen Kirchen sind Diakone, dem griechischen Wortsinn nach also Diener der Gläubigen. Sie sollen im Auftrag Gottes für die Gläubigen da sein und ihnen beistehen und genau das tut offensichtlich Pfarrer Sabo, andernfalls wäre sein Rückhalt im Volk nicht so gross, dass sie sogar dem heiligen Bischof Koch entgegentreten und die seit 2000 Jahren inszenierte Authorität der katholischen Kirche in Frage stellen. Diener sollte auch Bischof Koch werden, Diener seiner Glaubensgemeinschaft. Wenn das Röschenzer Volk sich von Pfarrer Sabo führen lassen will und ihm vertraut, dann sind sie bei ihm sicher in guten Händen.
Genau deshalb verliert die katholische Kirche immer mehr an Bedeutung, weil sie an längst überholten Dogmen wie der päpstlichen Unvehlbarkeit festhält und längst vergessen hat, was Diakonie im griechischen Wortsinn wirklich bedeutet: Die Kirche ist um des Menschen willen und nicht umgekehrt. Auch der Rabbi Jeschua von Nazareth war ein widerspenstiger Zeitgenosse, der den Tempelherren (Saduzäer) entgegentrat und ihre Doppelmoral anprangerte, um wieviel besser sind denn die Tempelpriester der heutigen Tage?
Die Kleinen werden gross sein und die Grossen werden klein sein. Darüber sollte die heilige katholische Kirche endlich nachdenken, andernfalls müssen sie sich den Vorwurf des ebenfalls ausgeschlossenen Priesters Adolf Holl gefallen lassen, dass mit Franz von Assisi der letzte Christ von uns gegangen ist.
Wahrlich, seitdem das Christentum von Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erkärt wurde, ist nicht mehr viel zu spüren vom Geist des Nazareners.
Pfarrer Sabo und seiner Gemeinde empfehle ich, aus der katholischen Kirche auszutreten und eine Röschenzer Kirche zu gründen, die sich ganz auf die Nachfolge Jesu richtet - fern von Macht und Authorität - so wie die Jesus-Bewegung ursprünglich war und so wie es Jesus vorgelebt hat.
Quelle: Tagi: Bischof Koch beschwört den Kulturkampf
June 9th, 2008 at 12:57 pm
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