SP-Präsident Hans-Jürg Fehr tritt zurück

Hans-Jürg Fehr, Parteipräsident der SP Schweiz, gibt seinen Rücktritt bekannt. Ob seine Entscheidung ein Resultat der Wahlniederlage ist, bleibt offen.

Hans-Jürg FehrIch persönlich bedaure seinen Rücktritt sehr. Hans-Jürg Fehr war ein guter Redner und harter Kämpfer. Der SP wird dieser Politiker fehlen. Gerade jetzt in einer Zeit, in der es der SP nur schwer gelingt, dem Stimmvolk die Wichtigkeit einer sozialen Gesellschaft zu vermitteln, braucht es Leute wie Hans-Jürg Fehr, die klare Positionen mit deutlichen Worten vertreten können.

Und nicht zuletzt in Anbetracht der politischen Brutalisierung seitens der SVP braucht es auf der linken Seite Politiker, die den PR-Profis der bürgerlichen Parteien in Diskussionen die Stirn bieten.

Doch irgendwie kann ich nachfühlen, dass man als SP-Präsident irgendwann die Schnauze voll hat. Die SP wurde jahrein jahraus von der SVP und anderen sogenannt bürgerlichen Parteien in Schutt und Asche geschossen. Jedes soziale oder ökologische Anliegen wurde bekämpft. Obwohl im Parlament eine bürgerliche Mehrheit regiert, wurde ständig gepoltert, dass alles die Schuld der “linken Mehrheit” sei, obwohl die Linke nie eine Mehrheit hatte. Mittlerweile sind viele schon so eingeseift von dem ewigen “die Linken sind schuld”, dass schon das Wort “sozial” für viele irgendwie anstössig klingt.

Ich kann mir gut vorstellen wie es sein muss, wenn man jahrelang für die Interessen des Volkes eintritt aber das Volk seine Interessen einfach nicht schützen lassen will. Was will man noch für die Interessen der Büezer einstehen, wenn die Büezer die SVP als ihre Schlächter wählen? Was will man noch für das “gemeine Volk” tun, wenn diese lieber Politiker wählen, die Reichen Steuergeschenke machen aber dafür die IV-Renten reduzieren?

Schade, so bringen die Wahlen 2007 einen weiteren traurigen Höhepunkt.

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One Response to “SP-Präsident Hans-Jürg Fehr tritt zurück”

  1. Mark Balsiger Says:

    Hans-Jürg Fehr war ein guter Präsident für die SP Schweiz. Er ist klug, ein guter Zuhörer und gewiefter Debattierer, authentisch, bescheiden und fair. Er wirkte integrierend, was in einer heterogenen Partei wie der SP sehr wichtig ist. Was Fehr aber weitgehend abgeht: Charisma.

    Für die Nachfolge geht es nicht nur um Personen, sondern vor allem um die Positionierung der Partei. Man darf davon ausgehen, dass nun die Grabenkämpfe offen ausbrechen werden. Die grossen WahlverliererInnen vom letzten Sonntag werden sich im Lazarett bekämpfen statt wieder zu Kräften zu kommen.
    Die SP in der Romandie fährt einen pointierten Linkskurs und ist stark gewerkschaftlich geprägt. Eines ihrer Aushängeschilder ist Christian Levrat (FR), Präsident der Gewerkschaft Kommunikation. Levrat ist jung, dynamisch, clever, eloquent, und er spricht ausgesprochen gut Deutsch.

    In der deutschen Schweiz drängen sich Ursula Wyss (BE) und Jacqueline Fehr (ZH) auf. Wyss hat als Fraktionschefin an Statur gewonnen, Fehr gehört zum Reformflügel.

    Der Wähleranteil der SP bewegt sich seit Jahren zwischen 18 und 24 Prozent. Entscheidet sich die Partei, ihren Linkskurs beizubehalten oder noch zu akzentuieren, wird sie weiter verlieren und unter die 18-Prozent-Marke fallen. Lachende Erben im Mitte-Links-Spektrum dürften die Grünliberalen sein. In Deutschland zeigt die SPD seit zwei Jahren vor, wie man es nicht machen sollte.
    Entscheidet sich die SP, eine echte Reformpartei zu werden und sich auch in der Sozialpolitik aus ihrer konservativen Haltung zu lösen, wird es wieder aufwärts gehen.

    http://www.wahlkampfblog.ch

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