SVP will Armee abschaffen

August 8th, 2008

Die SVP will die Armee abschaffen, alle Rüstungsausgaben sollen im Parlament blockiert werden. Um ihre undemokratische Oppositionspolitik wenigstens den Schein der Glaubwürdigkeit zu verleihen, muss die SVP offenbar linker als die Linke werden, also erpresst die SVP einmal mehr die vom Schweizer Volk gewählte Regierung.

SVP KanibalismusNatürlich will die SVP die Armee nicht wirklich abschaffen, die Armee ist für die SVP ja so etwas wie ein Fetisch. Aber die SVP hat das Parlament mit ihrer Oppositionsdrohung erpresst, das Parlament liess ich nicht erpressen, was bleibt der SVP also anderes als wenigstens eine Opposition zu inszenieren? Und wer wäre eine bessere Zielscheibe als der ehemalige SVP-Bundesrat Samuel Schmid? Und weil die Schweizerische-(V)erpresser-Partei nunmal nichts anderes kann als zu beissen, zu drohen und zu erpressen, so erpressen sie halt einmal mehr den Bundesrat. Entweder er tritt “freiwillig” zurück, oder die SVP wird alle Rüstungsausgaben blockieren. Die SP nennt das “Politik aus dem Tierbuch“, für die CVP ist es “reine Provokation“, Samuel Schmid nennt es “politische Erpressung”. Ich denke, sie haben ausnahmsweise alle mal Recht.

Der Militärexperte Prof. Karl Haltiner von der ETH Zürich meint dazu, dass sich die SVP “aus der Verantwortung stiehlt“, denn sie kritisiert an der Armee genau die Dinge, die sie selber im Parlament unterstützt hatten.

Irgendwie ist es schon traurig, wenn man bedenkt, dass das Schweizer Stimmvolk so eine Partei wählt, die permanent gegen die vom Volk gewählte Regierung Opposition betreibt, die Hetzkampagnen gegen vom Volk gewählte Regierungsmitglieder betreibt und nicht einmal davor zurückschreckt, ihre eigenen zentralen Werte zu verleugnen, nur um ihre Dreck-Schleuderei zu betreiben.

Damit demaskiert sich die SVP selbst. Wenn sie sogar ihren Fetisch “Armee” opfern, nur um ihre gekränkten Gemüter an einem (ehemals) eigenen Bundesrat zu auszutoben, dann zeigt diese Partei, was für hässliche Fratzen doch an ihrer Spitze stehen und welche undemokratische Politik sie betreiben.

20min: SVP als Landesverräter?
20min: Politik aus dem Tierbuch
20min: SVP droht der Armee mit Zahlungsstopp

Ueli Maurer - Zottel Reloaded

August 6th, 2008

Ueli Maurer - ehemaliger SVP-Parteipräsident und abgewählter Ständeratskandidat - ist zurück in der Politik, Ueli “the Zottel” Maurer wird Kantonalpräsident der Zürcher SVP.

Ueli Maurer - Zottel Reloaded

Wie sehr hat sich doch die Schweiz gefreut, als Ueli Maurer das Parteipräsidium der Zentral-SVP abgab und dann auch noch als Ständeratskandidat abserviert wurde. Über ein Jahrzehnt lang hat Ueli Maurer die Parteipolitik der SVP radikalisiert und pervertiert. Ueli Maurer ist es zu verdanken, dass die SVP immer mehr zu einer Brandstifter Partei wurde, in der rassistische Hetzkampagnen zum alleinigen Ziel der SVP wurden. Maurer schafft es sogar, dass dank der SVP Schäfchenplakate oder dem Zottel-Game die Schweiz über alle Kontinente bekannt wurde - als kleines aber rassistisches Land.

Doch zu früh gefreut: die SVP reloaded ihren Zottel. Nicht den armen Ziegenbock, der für die Wahlen herhalten musste, sondern den zottel-losen Zottel mit dem Geissbock-Grinsen und der Ziegenbock-Politik.

Machen wir uns auf etwas gefasst. Ueli Maurer als Präsident der Zürcher SVP bedeutet, weiter…..
Statistiken fälschen
Rassistische Initiativen lancieren
Hetzkampagnen gegen Randgruppen
Dreckkampagnen gegen politische Gegner

Also wenn ich ehrlich sein soll, wenn schon ein Zottel, dann wäre mir der Ziegenbock eindeutig lieber gewesen, der hat wenigstens eine Entschuldigung dafür, wenn er Bockmist erzählt.

Mehr über Ueli Maurers Comeback:
Tagi: Überraschendes Comeback von Ueli Maurer
20min: Das überraschende Comeback des Ueli Maurer
News.ch: Neue Affenart entdeckt
Tri-tra-tralala! Ueli Maurer ist wieder da!

Minarett-Initiative Abstimmung

July 29th, 2008

Die Minarett-Initiative der Hassprediger von SVP und EDU kommt vor das Volk, die ganze Welt wird anlässlich dieser Minarett-Abstimmung zuschauen, wie wir allen Ernstes über die Abschaffung der Religionsfreiheit und Rechtsgleichheit abstimmen.

Minarett-InitiativeEigentlich müsste es uns egal sein, auf welchen religiösen Bauten Türme stehen. Vermutlich ist es dein Meisten von uns auch egal. Wenn wir ein Problem haben, dann mit religiösen Fundamentalisten oder den Initianten dieser Minarett-Initiative, aber mit Türmchen haben die Meisten wohl kein Problem. So fällt es schwer zu glauben, dass es den Initianten wirklich um diese Minarette geht.

Der SVP geht wie so oft darum, auf Ausländer und auf Muslime im Speziellen herumzuprügeln. Man will eine Gefahr emporstilisieren und eine Bedrohung an alle Wände malen. Wir kennen das schon von der ebenfalls rassistischen Ausschaffungsinitiative und den mittlerweile weltweit berüchtigten Schäfchen-Plakaten. Ein diskriminierendes Gesetz gegen Minarette ist genau das Richtige für die Brandstifter der SVP, um Fremdenfeindlichkeit in diesem Land noch mehr lodern zu lassen.

Bei der EDU wiederum dürfte es eher religiöser Fanatismus sein. Die EDU will mit ihrer Fundamentalisten-Politik die Religionsfreiheit abschaffen und wird vermutlich erst Ruhe geben, wenn sie in der Schweiz das mosaische Gesetz eingeführt hat, damit ungehorsame Kinder gemäss 5. Mose 21,18-21 endlich wieder gesteinigt werden dürfen. Die EDU glaubt im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein, nur ihre Religion ist die einzig Wahre und Andersgläubige müssen bekehrt oder wenigstens diskriminiert oder ausgeschafft werden.

Nachfolgenden Text habe ich heute im Blog von Hugo Stam gepostet, mehr bleibt zu diesem Thema nicht mehr sagen:

Haben wir Religionsfreiheit und Rechtsgleichheit verfassungsmässig garantiert? Wie können wir da ein Gesetz machen, das sich explizit nur gegen eine Religion richtet und dieser etwas verbietet - einen Turm auf ihr Gotteshaus zu stellen - das allen anderen erlaubt ist.

Das einzige wenn auch dumme Argument ist, dass es ja auch islamische Staaten gibt, die Kirchen nicht zulassen. Aber wenn wir uns schon über andere Länder definieren müssen, dann bitte richtig.

Die Minarett-Initiative aufs Ausland übertragen bedeutet folgendes:

Was würdet Ihr sagen, wenn ein islamisches Land alle Religionen und religiösen Bauten erlaubt, aber christliche Kirchtürme explizit verbieten würde. Nur diese. Stellt Euch das mal vor und seid selber ehrlich, so etwas ist stossend und es ist diskriminierend.

Wollen wir dieses Signal in die Welt hinaussenden?

Wollen wir allen Ländern sagen, dass sogar die Schweiz religiöse Diskriminierung praktiziert?

Und mit welchen Argumenten wollen wir dann noch religiöse Toleranz in arabischen Ländern einfordern?

Minarett-Verbot Initiative ist rassistisch
Schweizer Taliban fordern Abschaffung der Religionsfreiheit
20min: Minarett-Initiative zustande gekommen
Hugo Stamm: Brunnenvergiftung mit der Minarett-Initiative
Blick: Kirchen gegen Minarett-Verbot
Blick: Schweizer Juden gegen Minarett-Initiative

UNEP-Bericht: Investitionsboom in Erneuerbare Energien - Alternative zu Atomenergie

July 4th, 2008

Wie das UN-Umweltprogramm (UNEP) in ihren neusten Bericht schreibt, ist im Bereich „erneuerbare Energien“ und „Energie-Effizienz“ ein wahrer Investitionsboom ausgebrochen - von Goldgräberstimmung wird gesprochen. Während die Schweizer Stromindustrie Kohlekraftwerke im Ausland baut und uns vorlügt, dass eine Schweiz ohne neue AKW nicht denkbar sei und alternative Energien nur ein Nischendasein fristen können, wird in der ganzen Welt in erneuerbare Energien investiert, vorallem Windenergie und Solarenergie erobern die Energieindustrie.

Windenergie Statistik 1997-2007

Die steigenden Ölpreise und die gleichzeitige Effizienzsteigerung der Alternativenergien stellen langsam aber sicher die Energiezukunft auf den Kopf. Im Jahr 2007 steigerten sich die neuen Investitionen in erneuerbare Energien um 60% auf 148 Milliarden Dollar – Tendenz 2008 weiter steigend.

Die meisten Investitionen wurden mit 50,2 Milliarden in Windenergie getätigt (mehr als in Wasserkraft und Atomenergie), während Solarstrom mit 254% seit 2004 die schnellste Wachstumsrate vorwies. Beides zeigt, dass zumindest ausserhalb der Schweiz erneuerbare Energien den Traum vom „Gratis-Strom dank Atomenergie“ ablösen – nicht aus ideologischen sondern aus rein wirtschaftlichen Gründen.

Mittlerweile hat die Windenergie die globale Kapazität von 100 GW im März 2008 erreicht – nachwievor erzählen uns AXPO und Konsorten, dass Windenergie keine Option sei. Noch besser, gewisse Kreise wie beispielsweise die Stiftung Landschaftsschutz versucht Windenergieprojekte zu verhindern – zufällig sitzen im Stiftungsrat der Vicepräsident von ATEL (Regierungsrat Christian Wanner) und mindestens zwei Exponenten der Atomlobbyorganisation AVES – ein Schelm wer da böses denkt.

Die EU ist nachwievor in der Anführerrolle und weist das höchste Wachstum von erneuerbaren Energien vor, gefolgt von der USA, aber Länder wie China, Indien und Andere holen auf.

Und während China die Investitionen in Wassekraft auf 10,8 Milliarden vervierfacht und die Kapazität der Windenergie auf 6 Gigawatt verdoppelt, baut die BWK in Deutschland ein Kohlekraftwerk und die Rätische Energie baut in Italien – ja was wohl – auch ein Kohlekraftwerk.

Es wird schwierig für die AXPO, uns weiterhin mit ihren „lustigen“ Köbi Kuhn Werbespots Sand in die Augen zu streuen. Erneuerbare Energien können Atomkraftwerke ersetzen, das ist keine Frage des Könnens sondern eine Frage des Wollens. Wenn beispielsweise Sachsen-Anhalt 37.5% des Strombedarfs mit Windenergie decken kann, dann können wir auch unsere Atomkraftwerke durch erneuerbare Energien ersetzen. Diese sind schadstoff-frei, rohstoff-unabhänigig und von Jahr zu Jahr rentabler.

Die Zukunft einer sauberen Stromversorgung ist angebrochen, das wird auch die AXPO mit ihrer Lüge von einer Stromlücke nicht verhindern können.

UNEP: Clean Energy Investments Charge Forward Despite Financial Market Turmoil
EurActiv: Bericht - Erneuerbare Energien haben eine Zukunft
Klimablog: Solarstrom - Alibi oder Zukunft?
Spiegel: Rekord-Investitionen in erneuerbare Energien
Franz Alt: Goldrausch bei Erneuerbaren Energien
Franz Alt: Stürmisch wachsende Nachfrage bei PKW-Solardächern
World Wind Energy Association
Schwarze Liste von Energieorganisationen in der Schweiz

RainbowNet: AKW-Störfälle und AKW-Unfälle
RainbowNet: AKW Haftpflicht - nicht einmal 1 Prozent versichert
RainbowNet: Ist Atomenergie CO2-frei?

Update 14.10.2008:
Prognose für Erneuerbare Energien deutlich angehoben Branche erwartet 2020 bereits über 40 Prozent Anteil an Stromproduktion
Schneller Ausbau erneuerbarer Energien ist bezahlbar

Klimaskeptiker - Die Klimalüge von Exxon Mobil

June 26th, 2008

Mit 16 Millionen hat Exxon Mobil 40 Think-Tanks finanziert und durch professionelle Klimaskeptiker eine gezielte Desinformationskampagne inszeniert um die wissenschaftlich bewiesene Klimaerwärmung in Frage zu stellen. Zeitungen und Blogs sind ihnen auf den Leim gekrochen, die Sonntagszeitung hat den Klimaskeptikern rund um Exxon nun auf die Finger geschaut.

NOAA Statistik Globale Klimaerwärmung

Rund ein Jahr ist es her, dass hier im RainbowNet-Blog zwei Blogbeiträge (RTL-Klimaschwindel und NTV-Klimalüge ) erschienen sind, in denen die Machenschaften der Ölindustrie und ihrer Klimalüge-Propaganda aufgedeckt wurden. Es dauerte tatsächlich ein Jahr, bis eine Schweizer Zeitung endlich zu diesem Thema recherchiert. Am letzten Sonntag veröffentlichte Joachim Laukenmann in der Sonntagszeitung einen Artikel mit dem Titel “Desinformation ist Macht“, den ich hier zusammenfassen möchte. Das nicht zuletzt weil die Erkenntnisse des Sonntagsblick meine letztjährigen Blogbeiträge bestätigen.

Exxon Mobil Desinformation
Jahrelang hat der Öl-Multi Exxon Mobil unzählige Think-Tanks mit insgesamt 16 Millionen US-Dollar finanziert. Diese Think-Tanks, die bereits vor Jahrzehnten für die Tabak-Industrie eine koordinierte Desinformationskampagne inszenierten, gehen nun nach demselben Strickmuster vor um “Unsicherheiten in der Klimaforschung aufzuzeigen”. Da werden Statistiken gefälscht oder aus dem Zusammenhang gerissen, Wissenschaftler falsch zitiert und Zweifel gesäht, selbst da wo in der Wissenschaft ein breiter Konsens besteht. Diese Denkfabriken streuen seit Jahren Desinformationen, doch die von ihnen gestreuten Berichte und “Studien” kommen in der Regel von Leuten, die zu ebendiesen Think-Tanks gehören.

John R. Christy (Competitive Enterprise Institute)
Da wäre beispielsweise John Christy vom Competitive Enterprise Institute (CEI), das von Exxon Mobil mit 2 Millionen finanziert wird. Christy veröffentlichte Temperaturkurven, die aus Satelittendaten stammten und belegen sollten, dass kein nennenswerter Erwärmungstrend festzustellen sei. Damit sollte der Erwärmungstrend widerlegt werden, der durch Bodenmessungen nachgewiesen wurde. Später wurden “grobe Fehler” in Christy’s Studie entdeckt und nach Korrektur derselben zeigen nun auch die Satelitenmessungen die Klimaerwärmung. Trotzdem wird Christy samt seinen “Erkenntnissen” weiterhin in der Klimaskeptiker-Szene herumgereicht.

Fred Singer (Science and Environmental Policy Project)
Noch mehr von Klimaskeptikern herumgereicht wird US-Physiker Frederick Singer, Gründer des Science and Environmental Policy Project (SEPP), der vor Jahren an einer Expertise der Tabakindustrie beteiligt, die eine angebliche Unschädlichkeit des Passivrauchens beweisen wollte. Später hat derselbe Fred Singer den erwiesenen Zusammenhang zwischen FCKW und dem Ozonloch geleugnet. Nun leugnet er den Klimawandel entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Propaganda vom George C. Marshall Institute
Im Zentrum dieses Desinformations-Netzwerks steht das George C. Marshall Institute, das beispielsweise 2005 ein Buch mit dem titel “Erschütterter Konsens: Der wahre Zustand der globalen Erwärmung” veröffentlichte, in dem Leute wie der Meteorologe (nicht Klimaforscher!) Patrick Michaels behaupten, dass in der Wissenschaft kein Konsens bestehe, dass der Mensch einen Einfluss auf die Erderwärmung habe.

Konsens über menschgemachten Klimawandel
Doch genau das Gegenteil ist der Fall, unter Klimawissenschaftlern besteht ein breiter Konsens darüber, dass eine Klimaerwärmung stattfindet, was mit unzähligen Messungen und Studien belegt ist. Man ist sich auch einig, dass dieser festgestellte Erwärmungstrend der letzten Jahrzehnte vom Menschen (mit)-verursacht wurde.

IPCC-Klimabericht
Der Weltklimarat IPCC hat die Forschungsarbeiten von 2500 Wissenschaftlern ausgewertet und fand eine breit abgestützte Indizienkette, unzählige Hinweise die alle einen menschgemachten Klimawandel nahelegen. Auch die US National Academy of Sciences (NAS) bestätigte die Einschätungen des IPCC-Berichtes. 11 der wichtigsten nationalen Wissenschafts-Akademien veröffentlichten 2005 eine Erklärung mit den Worten: “Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Klimawandel sind nun klar genug, um sofortiges Handeln der Nationen zu rechtfertigen“. Man muss ganz schön unverfroren sein um heutzutage noch einen Konsens in der Wissenschaft zu leugnen, nur weil ein paar Klimaskeptiker von der Öl-Industrie dafür bezahlt werden, dass sie erwiesene Fakten leugnen.

News- und Blog-Recherche
Eigentlich könnte es einem egal sein, wenn ein paar Wissenschaftler Lobbyisten sich so in Szene setzen. Aber dummerweise nehmen Medien und leider auch Blogger solche “brisante News” gerne entgegen und die Wenigsten fragen sich, was für eine Informationsquelle sie da eigentlich vor sich haben. Ein kurzer Blick in SourceWatch.org oder ExxonSecrets.org hätte da schnell Klärung gebracht.

NIPCC - Konferenz der Klimaskeptiker
Und obwohl Exxon Mobil kürzlich verkündet hat, dass sie die Finanzierung dieser Gruppen einstellt, ist bereits der nächste Streich vollbracht. Dieselben Kreise rund um das Marshall Institute mit denselben Wissenschaftlern angeführt von Fred Singer haben kürzlich die sogenannte NIPCC gegründet, eine NIPCC-Konferenz abgehalten und einen NIPCC-Bericht veröffentlicht. Ähnlichkeiten mit dem IPCC sind natürlich rein zufällig. Und auch diesmal sind bereits die ersten Zeitungen und Blogs darauf reingefallen und verkünden lauthals, dass “weltweite Klimawissenschaftler” den menschgemachten Klimawandel negieren. Da bleibt zu hoffen, dass sich die Sonntagszeitung auch noch dem NIPCC widmet - wenns geht nicht erst in einem Jahr.

Sonntagszeitung: Desinformation ist Macht
Spiegel: Konferenz der Klimawandel-Leugner
Exxon-Secrets.org: Klimaskeptiker Think-Tanks
ExxonSecrets.org: Klimaskeptiker
SourceWatch.org: Klimaskeptiker und Think-Tanks
Umweltbundesamt: Argumente der Klimaskeptiker
Focus.de: Die zehn Thesen der Klimaskeptiker
UnionOfConcernedScientists: How ExxonMobil Uses Big Tobacco’s Tactics to Manufacture Uncertainty on Climate Science (PDF)
blog.flöschen: Der grosse Klimabetrug

Hermann Weyeneth - Brechreiz vor dem Spiegel

June 24th, 2008

Hermann Weyeneth gesteht: “Wenn ich mich nach all dem noch im Spiegel sähe, müsste ich mich übergeben.”. Da mag man nicht widersprechen, mir wird seit Jahren speiübel wenn ich die unschweizerische Brandstifter-Politik der SVP beobachte, aber seit wann können SVP-Politiker Fehler eingestehen?

Hermann Weyeneth - Kotzen vor dem SpiegelZufrüh gefreut, Hermann Weyeneth meinte mit seinem Kotz-Spruch nicht etwa sein eigenes frühmorgendliches Spiegelerlebnis und eine damit verbundene Selbsterkenntnis sondern diejenigen SVP-Politiker, die von der hetzerischen und radikalen Politik der SVP genug haben und eine eigene bürgerliche Partei gründen, die ohne perfide Propaganda und fremdenfeindliche Hetzkampagnen politisiert.

Was für jeden anständigen Demokraten ein Grundrecht darstellt, dass jeder einer Sekte Partei beitreten darf, sie wieder verlassen oder sogar eine eigene Partei gründen darf, das und viel mehr scheint auch das Demokratieverständnis von Hermann Weyeneth zu überfordern.

Für Hermann Weyeneth ist wie für viele SVP-Politiker unser Bundesrat Samuel Schmid ein Verräter, obwohl er vom Parlament demokratisch gewählt wurde und erst nach monatelangen Attacken seitens der SVP-Schweiz den Bettel hinwarf - ein paar Monate nachdem die SVP-Schweiz Samuel Schmid offiziell aus der SVP-Fraktion warf. Wer hat hier wen verraten?

Aber was will man von so einer Partei Demokratie-Verständnis erwarten, wenn diese die Religionsfreiheit und Rechtsgleichheit aus der Bundesverfassung kippen will, politische Gegner mit Dreckkampagnen zermürbt, unsere Regierung ständig in den Dreck zieht, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und die gesamte Bündner SVP erpresst……? Nichts, einfach nichts ausser Beleidigungen und Hetzkampagnen und einer Verluderung der Schweizer Politik und schlussendlich der Gesellschaft!

So bleibt der bittere Geschmack, dass SVP-Politiker wie Hermann Weyeneth mit Kotz-Rhetorik über die vom Volk gewählten Politiker herziehen und die Schweizer Politik immer mehr zu einer - um es in der Terminologie des Blocher-Clans auszudrücken - Wildsau-Keilerei ausartet.

20min: Weyeneth - Ich müsste mich übergeben
Tagi: Schmid weist Verrats-Vorwürfe zurück

Blog-Aktion: Japanischer Greenpeace-Blogger in Haft

June 22nd, 2008

Die japanische Polizei hat zwei Greenpeace Aktivisten verhaftet, mit dabei ist der Blogger Junichi Sato, der in einem Blogbeitrag einen Walfleisch-Schmuggel Skandal aufdeckte, in den die japanische Regierung verwickelt ist. Meinungsfreiheit scheint auch in Japan ein Fremdwort zu sein – holen wir Junichi Sato und Toru Suzuki aus dem Gefängnis.

Blog Aktion Greenpeace Blogger Japan

Der 31-jährige Junichi Sato und der 41-jährige Toru Suzuki wurden verhaftet, weil sie eine Schachtel voll Walfleisch stahlen, um sie als Beweis für einen Walfleisch-Schmuggel zu verwenden, in dem nicht nur die Offiziellen des Walfang-Schiffes beteiligt waren sondern auch ihre Verbündeten in der japanischen Regierung.
Diese Kiste, eine von vielen die von der Schiffs-Crew der „Nisshin Maru„ vor den Augen der „Offiziellen“ von Bord gebracht wurden, war gefüllt mit dem teuersten Walfleisch, und war andressiert an private betuchte Abnehmer.
Greenpeace wendete sich an die japanische Staatsanwaltschaft und forderte eine Untersuchung in dieser Sache. Die Staatsanwaltschaft bestätigte darauf, dass es genug Beweise gab, die auf Unrechtmässigkeiten hindeuten. Die Untersuchung begann….. und wurde eingestellt. Verhaftet wurden nur die zwei Greenpeace-Aktivisten, die diesen staatlich geduldeten Walfleisch-Schmuggel aufdeckten.

Über 40 Polizisten durchsuchten die Büros von Greenpeace und den Privaträumen der Angestellten, durchforsteten stundenlang Handys und Computer der Betroffenen und verhafteten schliesslich den Blogger Junichi Sato und Toru Suzuki., offenbar um die Glaubwürdigkeit von Greenpeace zu unterwandern und aus Umweltschützern Kriminelle zu machen.
Grotesk daran ist, dass die Betroffenen Umweltschützer sich der Polizei offiziell zur Verfügung stellten, alle Aktionen der Beweissicherung waren dokumentiert, ein einziger Anruf hätte gereicht, um die Betroffenen zu einer Polizeistation vorzuladen. Aber man wollte keine Untersuchung, man wollte eine Exempel statuieren, das allen Umweltschützern zeigen sollte, dass Japan hier keine Wahrheit in Sachen Walfang verträgt.

Greenpeace Execute-Director Jun Hoshikawa kommentiert das Ganze mit den Worten: „Wir haben einen Skandal aufgedeckt, in dem hohe Regierungsleute von illegalen Walfang-Schmuggel profitierten. Da ist es kein Wunder, dass diese Kreise sich nun rächen.“.

Mittlerweile hat die japanische Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die Walfang-Firmen und ihre politischen Verbündeten eingestellt – aus Mangel an Beweisen – ungeachtet der erbrachten Beweise, welche die nun verhafteten Greenpeace Aktivisten erbracht haben.

Im Gefängnis bleiben weiterhin Junichi Sato und Toru Suzuki, deren einziges Vergehen war, illegale Machenschaften von Walfang-Industrie und Regierung aufzudecken.

Geben wir der japanischen Regierung einen Denkanstoss, stehen wir ein für Meinungsfreiheit und gegen Korruption. Erheben wir unsere Stimme dagegen, dass Blogger oder Umweltschützer im Gefängnis landen, nur weil sie kriminelle Machenschaften aufdeckten.

Online-Protest: Release our activists!
Blogger arrested - blog him out of jail!!
Japan drops investigation of whalers, arrests Greenpeace activists
Japanese government to investigate whale meat scandal
Greenpeace.ch: Untersuchungen zum Walfleisch-Skandal angelaufen
Greenpeace.ch: Greenpeace deckt japanischen Walfleisch-Skandal auf
Greenpeace.de: Untersuchungen zum Walfleischskandal angelaufen
Zusammenfassung der Beweise des japanischen Walfleischskandals (pdf)
Bericht zum Walfleischskandal: Japan’s stolen Whale Meat Skandal (pdf)
Video: Walfleisch-Skandal in Japan
20min: Greenpeace-Aktivisten wegen Fleischklau festgenommen

Unterstützung der Blog-Gemeinde:
Deepwave: Japan: Greenpeacer sollen vor Gericht
Vegetarisch.org: Verhaftungen und Beschlagnahme im japanischen Greenpeace-Büro
U-Botschaft: Gefängnis, weil Wahrheit offengelegt
Munis Blog: Walfleischskandal in Japan!
Bankkaufmann.org: Japanische Greenpeace-Mitarbeiter weiter in Haft
Migaloo: Japanische Walfänger sind Gauner?
Gerardo: Greenpeace Aktivist verhaftet
YMO’s Sicht: Werden die NGO’s zu gefährlich?
Gonorrea: Greenpeace-Mitarbeiter in Japan verhaftet
Stoepsorama
hh-heute: Greenpeace bittet die Welt um Hilfe
Gulli: Blogger in Japan wegen Diebstahl verhaftet
Claudia Sommer: Freiheit für die Greenpeace-Aktivisten
(wird fortlaufend erweitert)

Gentech-Pflanzen - Risiken nicht abschätzbar

June 17th, 2008

Sind Risiken von Gentech-Pflanzen abschätzbar? Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) veranlasste ein aus 8 Projektgruppen bestehendes Forschungsprogramm um die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auf die Umwelt zu ermitteln. Diese Forschergruppe verkündete heute, dass keine negativen Auswirkungen von GVO auf Wildbienen, Würmer, Schnecken oder Fliegenlarven festgestellt wurden werden konnten.

Gentech-PflanzenDoch eine weitere Forschergruppe, die sich mit dem Nachweis von negativen Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen befasste, kam zum Schluss, dass “ein anwendbares Kriterium für die Beurteilung von «Umweltschaden» nicht zur Verfügung stehe“. Aufgrund der Vielzahl von Umwelteinflüssen sei im nachhinein nicht nachweisbar, ob die gentechnisch veränderte Pflanze den Schaden verursacht hat. Erschwerend kommt hinzu, dass Umweltschäden durch Gentech-Pflanzen unter Umständen erst Jahre später sichtbar werden.

Wenn man bedenkt, dass beispielsweise bei Gen-Weizen nachgewiesen wurde, dass seine Pollen 2,7 Kilometer weit transportiert werden oder dass Gentech-Raps 10 Jahre lang im Boden überleben kann, dann ist es wohl nicht zuviel verlangt, dass wir erfahren ob wir mit dieser Risikotechnologie unseren Hintern aufs Spiel setzen. Aber wenn die Schäden von Gentech-Pflanzen nicht mal nachgewiesen werden können, wie in aller Welt soll dann der Nachweis einer Ungefährlichkeit erbracht werden?

Wir haben mit unseren Atomkraftwerken bereits eine Risikotechnologie, brauchen wir da wirklich eine Zweite? Radioaktivität hat wenigstens eine Halbwertszeit, lebendige genmanipulierte Organismen nicht. Wenn sie begonnen haben zu existieren, leben sie weiter, verbreiten sich weiter und kreuzen weiter aus.

Wir schnipseln mit dem Dosenöffner am Genom dieses Planeten herum und können doch nicht einmal herausfinden, ob wir uns damit einem Risiko aussetzen. Fortschritt hat manchmal wirklich skurile Seiten.

Tagi: Risiken von Gentech-Anbau kaum abschätzbar
UmweltschutzNews: Gen-Weizen noch riskanter als befürchtet
Umweltjournal: Risiko von Gentech-Pflanzen ist nicht beherrschbar
Greenpeace: Gentech-Politik und die Risiken einer Freisetzung
science.ORF.at: Gentech-Pflanzen - Risiken und Nebenwirkungen
Bundesrat beendet Null-Toleranz für Genfood
Langzeitstudie: Verzehr von Gentech-Mais verringert Fruchtbarkeit

1. Jubiläum RainbowNet-Blog

June 10th, 2008

Unglaublich, das RainbowNet-Blog hat seinen ersten Geburtstag verpasst, der vor einem Monat zu feiern gewesen wäre. Nun denn, holen wir das nach mit dem Bejubeln einiger statistischen Zahlen.

Statistik RainbowNet-Blog

Blogstatistik
- Blogbeiträge 127
- Kommentare 2.617

Besucherstatistik
- Seitenaufrufe: 120.894
- Besuche: 73.999
- Besucher: 64.351
- Google Besucher: 45.577

Highlights: Höchste Besucherzahlen an einem Tag
- Klimalüge 1.164
- Wahlen 2007 1.032

Häufigste Suchbegriffe
- Klimalüge 2.742
- SVP Video 1.741
- Zottel Game 1.348
- Free Tibet 1.289
- Ausschaffungsinitiative 984

Beliebteste Blogbeiträge
- SVP-Video Himmel oder Hölle 7.756
- Zottel Game 7.704
- Klimalüge 7.163
- Blogaktion Free Tibet 6.759
- Klimaschwindel 6.349
- Plakat Ausschaffungsinitiative 4.206
- SVP Ausschaffungsinitaitive 3.533
- Klage gegen Zottel Game 2.779
- Deckungssumme AKW 2.451

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Leser für die Aufmerksamkeit und noch mehr Dank an alle die durch Kommentare die Blogbeiträge aufgewertet haben. Es gibt viel zu tun, packen wirs an ;-)

Ruedi Aeschbacher will Sterbehilfe verbieten

June 10th, 2008

EVP-Nationalrat Ruedi Aeschbacher will aktive Sterbehilfe verbieten - lieber verrecken lassen als menschenwürdig sterben ist Aeschbachers christliche Devise, Ethik macht offenbar einen grossen Bogen um das Leid der Menschen.

Ruedi Aeschbacher EVP - aktive SterbehilfeEigentlich mag ich die EVP, weil sie im Gegensatz zu sein meisten Parteien wenigstens noch ethischen Grundsätzen folgt, die ich meistens teile. Aber wenn Ethik das Leid ausblendet und Menschen grausam verrecken lässt, dann verkommt Ethik zu einer theologischen Worthülse, die unerträglicher Menschenverachtung gleich kommt und in moralischer Selbstbefriedigung mündet.

Um es vorwegzunehmen, ich gehe mit Ruedi Aeschbacher einig, dass Sterbehilfe nie kommerzialisiert werden darf, der Tod eines Menschen darf nicht zum Spielball der Wirtschaft werden. Diesbezüglich verstehe ich das Engagement von Ruedi Aeschbacher gegen Dignitas + Co.

Aber Ruedi Aeschbacher fordert viel mehr als das, er will nicht nur profit-orientierte Sterbehilfe verbieten sondern auch uneigennützige Sterbehilfe mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestrafen.

Eines hat Ruedi Aeschbacher offenbar vergessen, dass es Menschen gibt, denen es so dreckig geht, dass man vor Gericht gestellt würde, wenn man ein Tier so dahinsiechen liesse. Wo bleibt da Ruedi Aeschbacher’s Erbarmen?

Gegner der aktiven Sterbehilfe werden nun einwenden, dass es ja passive Sterbehilfe gibt und dass diese sooo human sein. All denen möchte ich hier eine erlebte Geschichte erzählen, die kein theologisches Geschwätz ist sondern bittere und grausame Erfahrung ist.

Es ist ein paar Jahre her, als meine Mutter schwer erkrankte. Es bildete sich ein Loch zwischen Luft- und Speiseröhre und bei jedem Schluck landete die Hälfte in der Lunge anstatt im Magen, was entsprechende Erstickungsattacken verursachte. Ihre grösste Angst seit ihrer Kindheit war die Angst vor dem Ersticken und genau das passierte nun unzählige Male täglich. Sie kam zum Schluss, dass ein Leben so nicht mehr erträglich ist und wollte aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen. Aber aufgrund von Fristenreglungen und sonstigem Formalquatsch war diese Option nicht greifbar. Alles was ihr blieb war sogenannt passive Sterbehilfe - was de facto heisst, dass man sie verhungern liess.
Wochenlang sass ich täglich neben ihr und ihr Zustand wurde immer schlimmer. Man, setzte sie auf Morphium, entzog ihr die Speisen und liess sie langsam aber stetig krepieren. Mit der Zeit füllte sich die Luft im Raum mit dem Geruch von Eiter, der sich in ihren Lungen füllt, es war fast unerträglich, in diesem Fäulnisgestank zu verbleiben. Trotzdem sass ich neben ihr, stundenlang, alle paar Minuten riss sie die Augen auf, der Körper bäumte sich auf und die Angst schrie aus ihren Augen, weil sie wieder fast erstickte. Aber man durfte sie nicht erlösen, sie war ja schliesslich kein Tier. Also litt sie weiter, ängstigte sich weiter und siechte weiter vor sich hin - ganz im Sinne von Ruedi Aeschbacher.

Es sind Jahre vergangen und doch ist kein Bild verschwunden, ich höre ihre stimmlosen Schreie heute noch und ich werde sie wohl ewig weiter hören und diese stillen Schreie rufen immer wieder dieselbe Frage: “Warum musste all dieses unnötige Leiden sein?”.

Während ich diese Zeilen schreibe, zerreisst es mich fast, weil die Erinnerung auch heute noch - Jahre später- lebendig ist, ich höre noch ihr Röcheln, sehe ihre panischen Augen und rieche den Geruch des Eiters in der Luft, der Geruch des Todes der sich langsam aber unaufhaltsam seine Wege bahnt und den Betroffenen in Angst und Schrecken versetzt.

Damals habe meiner Mutter angeboten, sie von ihrem Leiden zu erlösen, doch sie wollte nicht dass ich für sie ins Gefängnis muss. Meine Mutter hatte vor Schmerz und Tod offenbar weniger Angst als vor Ethik-Fundamentalisten vom Schlage eines Ruedi Aeschbacher. Sie und ich haben einen hohen Preis dafür bezahlt.

Beihilfe zum Suizid soll strafbar werden