‘Religion’ Blog

Wenn nicht ich, wer dann?

Thursday, November 8th, 2007

Wenn ich es nicht tue, dann tut’s halt ein Anderer, was spielt das für eine Rolle? So oder ähnlich wird oft argumentiert, wenn man erklären möchte, warum man etwas getan hat, das niemand hätte tun dürfen. Aber ist diese Erklärung nicht nur eine billige Ausrede für die eigene Inkonsequenz und die eigene Unehrlichkeit?
Wenn nicht ich, wer dann?

  • Wenn nicht wir Waffen liefern, dann liefert sie ein Anderer.
  • Wenn ich ihn nicht foltere, dann foltert ihn ein Anderer.
  • Wenn ich nicht schiesse, dann schiesst ein Anderer.
  • Wenn ich dieses dreckige Geschäft nicht erledige, dann verdient ein Anderer daran.

Soll das die Grundlage unserer Entscheidung sein - ob es sonst ein Anderer macht?. Müsste uns nicht eher die Frage treiben, ob wir das für uns selbst verantworten können, ungeachtet davon, ob es ein Anderer tut oder ob es nützlich ist?

Solange jeder davon ausgeht, dass es eh ein Anderer machen würde, wird es nie soweit kommen, dass es niemand mehr macht.

Diese Ausrede ist genauso verlogen wie die Haltung, dass das, was man machte, nicht schlimm ist, weil Andere das ja auch tun. Auch hier stellt sich die Frage: Was oder wer ist der Massstab Deines Handelns? Wird ein Tat besser oder schlechter, wenn Andere es auch tun oder wenn es sonst ein Anderer tun würde?

So dreht sich die Welt weiter, jeder schweinerlt sich durchs Leben und tröstet sich damit, dass man nicht alleine ist mit seinen Schweinereien, dass es ja eh ein Anderer tun würde oder dass es ja eh nichts bringt etwas zu verbessern, solange “die Anderen” nichts ändern.

So können wir uns weiter daneben benehmen und von unserem inneren Schmutz ablenken, indem wir den Schmutz Anderer betrachten. Ist das der Sinn unseres Lebens? An ihren Früchten wird man sie erkennen - so heisst es - aber es war nie die Rede davon, dass faule Früchte durch den Vergleich mit anderen faulen Früchten süsser werden.

Klage gegen SVP Zottel Game

Wednesday, October 3rd, 2007

Die Menschenrechtsliga hat gegen die SVP Strafanzeige eingereicht, wegen ihrem Online-Game, in dem der Spieler dazu motiviert wird, in der Gestalt von Geissbock Zottel Ausländer aus der Schweiz fernzuhalten, politische Gegner mit dem Auto zu überfahren oder Radarfallen und Verkehrschilder zu zerstören…

Freie Fahrt für Raser, Rassisten und Gewalttätige?

Wenn ein Privater ein Online Spiel veröffentlichen würde, das so menschenverachtend funktioniert wie das Online Game der SVP, dann würde dieser wohl schnell ein juristisches Problem haben. Aufruf zur Gewalt, Aufruf zur Zerstörung, Verstoss gegen das ARG … und nicht zuletzt würde der Macher eines solchen Online-Games zum Schutz der Gesellschaft psychiatrisch untersucht und vermutlich verwahrt.

Doch für die SVP gilt bekanntlich weder Recht noch Gesetz.

Wenn die Polizei Radarfallen aufstellt um Raser zu stoppen, dann ist das Abzockerei (scheiss auf die überfahrenen Kinder), wenn Umweltverbände mittels Verbandsbeschwerde illegale Projekte dem Richter zur Kontrolle übergeben, dann ist es Öko-Terrorismus und wenn rechtsradikale SVP-Wähler Linke oder Polizisten spitalreif prügeln, dann ist das die Schuld der Linken und Netten. Und wenn Bundesrat Christoph Blocher sein Amt missbraucht und gegen die Gewaltentrennung verstösst, dann ist das ein Komplott und ein Geheimplan und überhaupt sind alle Nicht-SVP-Wähler dreckige Ratten und Spielverderber, die dem strammen Eidgenossen sein verfassungsmässiges Recht auf Rassismus, krimineller Fahrweise oder Steuerhinterziehung verbieten wollen.

Seit die SVP ihren Wahlkampf zelebriert und jeglichen Anstand und jegliche Menschenwürde in den Eimer schmeisst, wird die Schweiz immer mehr zu einem “faschistoiden Schurkenstaat”. Die europäischen Medien betrachten die Schweiz dank der SVP-Wahlkampagnen bereits als das Fascho-Land von Europa, die UNO-Menschenrechtskommission muss sich plötzlich mit der ehemals humanitären Schweiz befassen und das Schweizer Volk ist drauf und dran, sich gegenseitig die Kehle durchzubeissen weil bald jeder glaubt, dass alle gegen einem sind.
Ja, DAS haben wir der SVP zu verdanken.

In Deutschland gibt es ein Gesetz, mit dem man eine Organisation wie die SVP als kriminelle Vereinigung einstufen und verbieten könnte. Wie lange wollen wir diesen ethisch-moralischen Terrorismus der SVP noch erdulden?

Deshalb merke:
Nur ein Trottel wählt einen Zottel

Mehr zu diesem widerlichen Thema:
Tagi: Menschenrechtsliga klagt gegen SVP
Das SVP-Zottel-Game verherrlicht Gewalt
BAZ: Menschenrechtsliga klagt gegen SVP
AntiSVP-Blog: Zottel Game
Lupe: SVP-Game, Grüne überfahren, Ausländer wegkicken

SVP Video Himmel oder Hölle

Thursday, August 23rd, 2007

Die SVP lässt im zweiten Wahlvideo “Himmel oder Hölle” wirklich die Sau raus. Zuerst kommt eine Flut von Gewaltdarstellungen untermalt mit Horrormusik. Die SVP zieht einfach alle Register der Manipulation.

SVP Video Himmel oder HölleWährend im ersten Wahlvideo der SVP vorallem die Statistik-Manipulationen von SVP-Präsident Ueli Maurer kritisiert wurde, ist der zweite Film unterste Psycho-Schublade. Wir sollen wissen: wenn Links-Grün gewählt wird, dann wird hinter jeder Strassenecke eine Jugendgang warten die einem ausraubt, vergewaltigt und ermordert…….. und Moslems sind natürlich die grosse Bedrohung. Links-Grün wählen bedeutet die Hölle auf Erden. Wenn man jedoch die SVP wählt - der aufmerksame Leser wird es ahnen - dann landet man im Himmel.

Logisch, oder?

Da die SVP sich erdreistet, sich trotz ihrer menschenverachtenden und umweltfeindlichen Politik mit christlichen Ausdrücken wie Himmel und Hölle das Volk zu manipulieren, scheint es mir notwendig, der SVP eine Grundlagen des Christentums zu vermitteln.

Der Himmel, Nächstenliebe und Barmherzigkeit

Aus christlicher Sicht ist Nächstenliebe nicht auf Landsleute oder Glaubensgeschwister beschränkt. Aus christlicher Sicht sind alle Menschen Kinder desselben Gottes. Der Himmel ist also für Christen ein Ort, an dem alle Menschen einander annehmen und niemanden ausgrenzen. Aus christlicher Sicht sind wir alle für einander verantwortlich, wer Hilfe braucht, dem soll auch geholfen werden. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zeigt uns, dass man auch einem Fremden helfen muss, wenn er Hilfe benötigt. Der Himmel ist aus christlicher Sicht ein Ort an dem jedem geholfen wird und an dem alle für einander einstehen.

Die Hölle, Ausgrenzung, Isolation und Umweltzerstörung

Die Hölle ist ein Ort, an dem jeder nur sich selbst oder höchstens Seinesgleichen liebt, ein Ort an dem man Andersartige ausgrenzt. Die Hölle ist eine Welt in der Politiker Hetzkampagnen gegen Minderheiten starten. Die Hölle ist das Leben eines IV-Rentners, der dank der IV-Revision am Rand der Existenz steht resp sitzt oder liegt. Die Hölle ist ein Ort, an dem man sozial Benachteiligte im Stich lässt, Invaliden die Renten kürzt….. und die Hölle ist nicht zuletzt eine Welt, die systematisch von uns Menschen vergiftet und verseucht wird, in der Umweltprobleme von Jahr zu Jahr zunehmen und ignorante Politiker sich einen Dreck darum scheren, in welcher Hölle unsere Nachkommen leben müssen.

Nein liebe SVP, wenn Ihr es Euch so einfach macht und mit christlichen Schlagworten dem Volk Feuer unter dem Hintern machen wollt, dann erkundigt Euch zuerst, was diese Worte wirklich bedeuten.

Aus christlicher Sicht rate ich Euch zur Umkehr, denn sonst wird euch der von euch hier angesprochene Gott eines Tages sagen (Mt 25,40):

Gehet von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln;
denn mich hungerte, und ihr gabet mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr tränktet mich nicht;
ich war Fremdling, und ihr nahmet mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht.

Dann werdet ihr vielleicht sagen:
Herr, wann sahen wir dich hungrig, oder durstig, oder als Fremdling, oder nackt, oder krank, oder im Gefängnis, und haben dir nicht gedient?

Dann, liebe SVP-Politiker, wird dieser Herr des Himmels den ihr für euch in Anspruch nehmt antworten:
Wahrlich, ich sage euch, das was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Sagt dann nicht, das RainbowNet Blog hätte Euch nicht gewarnt!

SVP Video “Himmel und Hölle” auf Youtube
Blogverzeichnis SVP-Politiker

Minarett-Verbot Initiative ist rassistisch

Thursday, August 23rd, 2007

Die Minarett-Verbot InitativeGegen den Bau von Minaretten” von SVP, EDU und SD ist rassistisch und verstösst gegen unsere verfassungsmässig garantierte Glaubensfreiheit und Rechtsgleichheit. Soweit meine persönliche Meinung.

.Fast so deutlich sprach sich heute das Berner Stadtparlament gegen ein Minarett-Verbot aus, weil es hart an der Grenze zum Rassismus sei. Bereits eine Woche vorher hatte das Berner Kantonsparlament gleich entschieden. Es ist erfreulich, dass bisher doch noch eine Mehrheit unserer Politiker die Schweizer Verfassung und internationale Menschenrechte ernst nehmen.

Es geht in dieser Frage schliesslich nicht darum, ob man Minarette gut findet. Es geht darum, ob der verfassungsmässige Grundsatz zur Religionsfreiheit gewährleistet ist oder nicht - und es geht darum, ob eine Gruppe innerhalb der Schweiz Rechte hat, die Andere nicht haben, was wiederum gegen die Rechtsgleichheit verstösst.

Ganz anderer Meinung sind - wen wunderts - vorallem Politiker der rechtsradikalen rechtskonservativen SVP, EDU und den sogenannten Schweizer Demokraten (SD).

Zum Initiativkommitee von diesem Anti-Minarett-Kreuzzug gehören folgende Politiker:

Dass SVP, EDU und SD einen heiligen Krieg gegen Andersgläubige führen will, wundert mich an und für sich nicht speziell. Umso mehr war ich dafür erstaunt zu hören, dass auch Daniel Lerch von der CVP sich für ein Minarett-Verbot ausspricht. Diesem im Speziellen sei gesagt:

Wer Glaubensfreiheit beansprucht,
muss auch Glaubensfreiheit gewähren
“.

Warum sie das tun, weiss eigentlich niemand so richtig…… ich persönlich tippe weiterhin auf rassistische Motife oder religiösen Wahn.

Quelle: Minarett-Verbot «an der Grenze zu Rassismus»

Papst Benedikt erhebt Anspruch als einzig wahre Kirche

Tuesday, July 10th, 2007

Papst Benedikt erhebt für die katholische Kirche den Anspruch, die einzige christliche Kirche zu sein. Protestanten, Reformierte und Freikirchen sind gemäss Papst Benedikt keine Kirchen sondern “kirchliche Gemeinschaften”.

Papst BenediktBegründet wird diese radikale Haltung damit, dass nur die katholische Kirche sich auf die “apostolische Sukzession” berufen könne. Papst Benedikt meint damit, dass die Päpste seit dem Apostel Petrus als dessen Nachfolger gewaltet haben und deshalb sozusagen eine göttliche resp. apostolische Legitimation haben.

Nun stellt sich mir aber doch eine bizarre Frage. Eine Reihe von Päpsten haben Kriege geführt, Morde in Auftrag gegeben und während der Inquisition Millionen von Menschen gefoltert und bei lebendigem Leib verbrannt. Waren die damaligen Päpste, die all dies in Auftrag gegeben haben, auch Nachfolger Petri und Stellvertreter Gottes?
Wenn ja, wäre Petrus der Urvater der Inquisition, will die katholische Kirche das zum Dogma erheben?
Wenn nein, dann wäre die “apostolische Sukzession” mehrfach unterbrochen.

Für kritisch-exegetische Theologen ist dieser Anspruch sowieso nicht haltbar, denn die katholische Kirche beruft sich auf die Bibelstelle, in der Jesus zu Petrus gesagt haben soll, dass Petrus der Fels sei, auf dem er seine Kirche aufbauen wolle.
Nun ist es aber so, dass dieses Wortspiel nur auf griechisch aufgeht, “petros” heisst auf griechisch Fels.
Aber weder in hebräisch noch in aramäisch funktioniert dieses Wortspiel - hat also Jesus griechisch gesprochen?
Kritisch-exegetische Fachleute gehen davon aus, dass dieser Abschnitt von der christlichen Urgemeinde geschaffen wurde, auf jeden Fall lässt sich das Wortspiel nicht in die jüdische Welt transportieren.

Hinzu kommt, dass Jesus an keiner anderen Stelle in den Evangelien von einer Kirchengründung redet, erfordert zur direkten und persönlichen Nachfolge auf und meines Erachtens hätte sich Jesus dagegen gewehrt, dass man zwischen dem Menschen und Gott einen Priester stellt oder eine göttliche Stellvertretung Gottes auf Erden postuliert.

Wie dem auch sei, es gibt kaum etwas unchristlicheres, als innerhalb die christliche Glaubensgemeinschaft zu spalten und genau das tut Papst Benedikt auch hier einmal mehr. Ich wüsste nicht, wie man Jesus mehr verraten könnte.

Tagi: Anspruch als einzig wahre Kirche
20min: Vatikan - Protestanten sind keine Kirche
Die Bibel – wörtlich oder ernst nehmen?

Will Ulrich Schlüer die Scharia einführen? Ist die SVP von Taliban unterwandert?

Monday, July 9th, 2007

Im neusten “Pressedienst” der SVP schreibt SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer:

“Die Initianten der Minarett-Verbots-Initiative verlangen mittels parlamentarischem Vorstoss vom Bundesrat, die Grundrechts-Tauglichkeit von islamischem Scharia-Recht abzuklären.”

SVP-Taliban Ulrich Schlüer will Scharia in der SchweizWarum in aller Welt interessiert sich Ulrich Schlüer für die Grundrechts-Tauglichkeit der Scharia? Will Nationalrat Schlüer etwa die Scharia einführen? Warum sonst sollte diese Scharia-Grundrechtstauglichkeit geprüft werden, wenn nicht, um sie einzuführen?

Ist ja schon lustig, ich dachte bisher immer, dass die Einführung der Scharia in der Schweiz nicht zur Debatte steht und dass der Moslem-Phobiker Ulrich Schlüer uns vor allen Moslems retten will und nun ist ausgerechnet dieser Ulrich Schlüer derjenige, der als erster in der Schweiz prüfen lässt, ob die Scharia zum Grundrecht erklärt werden kann.

Wirklich lustig wird es, wenn der neubekehrte Schweizer Taliban “Mohammed Bin Schlüer” mit blumigen Worten schwärmerisch die Scharia beschreibt:
“Gliederamputationen von Verbrechern, Steinigungen, Ehrenmorde….”.

An was für Glieder Ulrich Schlüer hier im Speziellen dachte, ist mir nicht ganz klar, aber bei den Steinigungen werden es sicher Erinnerungen an die gute alte Zeit im Alten Testament sein, als man “widerspenstige Kinder” noch steinigen durfte musste (5.Moses 21,18).

Was wird Ulrich Bin Schlüer als Erstes tun, wenn die Scharia eingeführt ist?
Bibel-Verbot, weil im Alten Testament so grausame Dinge gefordert werden wie die Steinigung von Kindern?

Schweizer Taliban fordern Abschaffung der Religionsfreiheit

Tuesday, May 15th, 2007

Hatten die Taliban doch Recht? Ist Religion Sache des Staates? Soll die Religionsfreiheit in der Schweiz abgeschafft werden?

Jahrelang haben wir mit Verachtung auf Länder geblickt, in denen christliche Mitmenschen in der Ausübung ihres Glaubens gehindert wurden. Jahrelang haben wir uns empört darüber, dass es in der heutigen aufgeklärten Zeit noch Länder gibt, die keine Religionsfreiheit kennen.
SVP Politiker Ulrich Schlüer Diese Zeiten sind nun wohl vorbei, zumindest wenn es um die Kreuzritter der EDU und der SVP geht, denn nun geht der Glaubenskrieg los gegen Minarette.
Was kümmert es Patrioten wie Ulrich Schlüer, dass die Religionsfreiheit ein Grundsatz der eidgenössischen Verfassung ist?
Was kümmert es diese Demokraten, dass die Rechtsgleichheit ebenfalls ein Grundsatz unserer Verfassung ist?
Das von EDU und SVP geforderte Minarett-Verbot verstösst nicht nur gegen unser und internationales Recht, es verstösst auch gegen jegliches moralisches Rechtsempfinden.
Wollen wir also die Religionsfreiheit aus der Verfassung schmeissen? Und anschliessend die Demonstrationsfreiheit? Dann die Meinungsäusserungsfreiheit? Vielleicht auch gleich die Meinungsfreiheit selbst?
Womit sich der Kreis schliesst und wir wieder am Anfang wären, bei den Taliban.

Mehr zum Thema: Ignoranz.ch

Update 6. Juni 2007:
Kirchen gegen Minarett-Verbot
Minarett-Initiative hat keinen kirchlichen Rückhalt

Update 11. Juli 2007:
TA: SVP will mit Minarettverbot Wähler fangen