AKW Haftung - Rolf Schweiger lügt für AVES und Nuklearforum
Thursday, December 20th, 2007Nach dem Nationalrat hat nun auch der Ständerat die Haftung für Atomkraftwerke von 1 auf 1,8 Milliarden erhöht. In Anbetracht der Schadensumme eines AKW Unfalls von ca. 4′000 Milliarden ist dieser Entscheid einmal mehr grotesk - die Handlanger der Atomindustrie scheinen die Regierung ganz schön am Gängelband zu führen.
Warum die Schweizer AKW-Betreiber im Gegensatz zu allen Anderen nur ein Prozent der möglichen Schadensumme versichern müssen, erklärt FDP-Ständerat und Atomlobbyist Rolf Schweiger…… weil die Eintretenswahrscheinlichkeit eines Nuklear-GAU bei einer Zeitdauer von zehn Millionen Jahren liege!
Wie dement muss man sein um nach Tschernobyl noch so einen Blödsinn zu erzählen? Oder wie verpflichtet muss man der Atomindustrie sein um wider besseren Wissens so eine Lüge zu verbreiten?
Zu Beginn des Atomzeitalters behauptete die Atomindustrie, dass nach der Wahrscheinlichkeit nur alle 10′000 Jahre ein Super-GAU möglich sei. Also nicht 10 Millionen sondern 10 Tausend Jahre. Doch in den 50 Jahren Atomtechnologie gab es bereits zwei solche Katastrophen, zuerst Three Mile Island in Harrisburg (USA) und dann Tschernobyl und ein paar Zwischenfälle hätten beinahe zu einer Katastrophe geführt.
Wer wie Rolf Schweiger weiterhin behauptet, ein atomarer Super-GAU würde nur alle 10 Tausend oder Millionen Jahre vorkommen, der lügt…… doch für wen?
Vielleicht liegt es daran, dass FDP-Ständerat Rolf Schweiger Präsident der Atomlobbyorganisation AVES ist oder vielleicht liegt es daran, dass Atomlobbyist Schweiger auch noch Geschäftsleiter der Propagandaorganisation Nuklearforum ist.
Wer seinen Hintern so tief in der Atomindustrie hat, kann sich bei derartigen Aussagen nicht mehr hinter Unwissenheit verschanzen, er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er im Rahmen seiner Atomlobby-Tätigkeiten das Parlament und das Volk gezielt anlügt, manipuliert und über den Tisch zieht.
Nichts Neues, wird der aufmerksame Beobachter bemerken, die Atomindustrie argumentiert seit Jahrzehnten mit Lügen - und wenn es nur die Lüge ist, dass Atomenergie CO2-frei sei.
Tages-Anzeiger: Höhere Haftpflicht für AKWs
Allianz Stopp Atom
20min: Wer bezahlt im Falle eines Supergau?
Update 27.5.2008:
Die bürgerlichen Atomlobbyisten haben das Kernenergiehaftpflichtgesetz definitiv durchgewunken, ihre Klientel soll auch zukünftig weniger als 1% eines möglichen AKW-Unfalls versichern. Wäre der Lobbyismus der sogenannten Bürgerlichen nicht so offensichtlich, müsste man dem Parlament glatt kollektive Demenz vorwerfen.
AKW-Unfall könnte über 4000 Milliarden kosten
Schweizer Tschernobyl würde 4000 Milliarden kosten
Schwarze Liste von Energieorganisationen in der Schweiz
AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby
Braucht die Schweiz ein neues AKW?
Christoph Blocher hatte ein paar Jahre Zeit um zu beweisen, dass er nicht regierungstauglich ist, er hat das Kollegialitätsprinzip mit Füssen getreten, hat seine Befugnisse überschritten und führte sich im Bundeshaus auf wie der Diktator einer Bananenrepublik. Nun bekam er für seine Oppositionspolitik die Quittung und wurde von der Mehrheit im Parlament abgewählt. Selbst unter FDP-Politikern gab es eine grosse Zahl von Leuten, die dem Patriarch der SVP die Grenzen zeigten. Wie weit muss eine Partei gehen um in den eigenen “bürgerlichen” Reihen keine Mehrheit mehr zu finden?
Schon vor einem guten Jahrzehnt meldeten Umweltschützer und im Schlepptau auch die Medien, dass in der Nähe von Atomanlagen die Kinderleukämierate um ein Vielfaches höher ist als im Landesdurchschnitt - die Welt hörte nicht hin.
Dies ist die Abschrift eines Funkgesprächs, das tatsächlich im Oktober 1995 zwischen einem US-Marinefahrzeug und kanadischen Behörden vor der Küste Neufundlands stattgefunden hat.